SEVENUM (dpa-AFX) - Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy ist im ersten Quartal kräftig gewachsen. Dabei profitierte das Unternehmen weiter von einem starken Anstieg im Geschäft mit dem elektronischen Rezept, insbesondere in Deutschland. Insgesamt stiegen die Umsätze dabei ein klein wenig stärker, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, seine Ziele zu erreichen. Die im MDax notierten Aktien zeigten sich am Freitag als Folge relativ robust.
Die Papiere legten nach Handelsbeginn um bis zu 2,2 Prozent zu. Die Online-Apotheke sei solide ins Jahr gestartet und habe ihre Dominanz auf dem deutschen E-Rezept-Markt gefestigt, schrieb Analyst Martin Comtesse vom Investmenthaus Jefferies. Hier habe sich das Wachstum gegenüber dem Schlussquartal 2024 zwar verlangsamt, doch die Dynamik im übrigen Geschäft sei ungebrochen.
Insgesamt steigerte das Unternehmen die Erlöse im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 717 Millionen Euro, wie Redcare im niederländischen Sevenum mitteilte. Den überwiegenden Anteil erwirtschaftete die Online-Apotheke in der deutschsprachigen Region (Deutsch, Österreich, Schweiz). Allein in Deutschland wurden die Umsätze mit E-Rezepten auf 108 Millionen Euro fast verdreifacht. Diese Kennziffer steht besonders im Fokus von Investoren und Analysten. Auf Unternehmensebene legte sie den Angaben zufolge um knapp 50 Prozent auf 233 Millionen Euro zu.
Den Löwenanteil des Geschäfts macht Redcare jedoch weiter mit dem Verkauf von rezeptfreien Produkten. Hier stiegen die Erlöse um knapp ein Fünftel auf 484 Millionen Euro. Im Auftaktquartal überschritt das Unternehmen erstmals die Marke von 13 Millionen aktiven Kunden.
Ergebniszahlen nannte die Online-Apotheke nicht, jedoch soll die Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) "wieder positiv ausfallen", erklärte Finanzvorstand Jasper Eenhorst. Das Unternehmen habe die Marketingkostenquote trotz des schnellen Wachstums "verbessert". Redcare sei "klar auf Kurs", die Jahresziele zu erreichen.
So hatte Redcare im März für 2025 ein Umsatzwachstum von mindestens einem Viertel in Aussicht gestellt. Basierend auf knapp 2,4 Milliarden Euro Erlös im vergangenen Jahr wären das im schlechtesten Fall 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge (Ebitda-Marge) soll sich auf 2 bis 2,5 Prozent etwas verbessern. Unter dem Strich hatte Redcare im vergangenen Jahr aber rote Zahlen geschrieben.
Den vollständigen Quartalsbericht will das Unternehmen am 6. Mai veröffentlichen./nas/men/mis