(Kurs aktualisiert, weitere Analysten)
SEVENUM (dpa-AFX) - Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy ist im ersten Quartal kräftig gewachsen. Dabei profitierte das Unternehmen weiter von einem starken Anstieg im Geschäft mit dem elektronischen Rezept, insbesondere in Deutschland. Insgesamt stiegen die Umsätze dabei ein klein wenig stärker, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, seine Ziele zu erreichen.
Die im MDax notierten Aktien stiegen am Freitag zu Handelsbeginn zwar zwischenzeitlich um fast vier Prozent, konnten sich dann jedoch dem schwachen Marktumfeld nicht mehr entziehen. So drehten sie am Vormittag ins Minus und bauten dies am späten Mittag auf mehr als drei Prozent aus. Damit schlugen sie sich immerhin noch etwas besser als der MDax, der mehr als fünf Prozent abrutschte. Der Aktienmarkt wurde erneut von Zollsorgen durchgeschüttelt. Am Mittag kündigte China harsche Gegenmaßnahmen auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen das Land an, was die Sorgenfalten an den Märkten noch vertiefte.
Die Redcare-Zahlen selbst kamen bei Analysten recht gut an. Die Online-Apotheke sei solide ins Jahr gestartet und habe ihre Dominanz auf dem deutschen E-Rezept-Markt gefestigt, schrieb Analyst Martin Comtesse vom Investmenthaus Jefferies. Hier habe sich das Wachstum gegenüber dem Schlussquartal 2024 zwar verlangsamt, doch die Dynamik im übrigen Geschäft sei ungebrochen.
Überzeugend seien der Trend bei elektronischen Rezepten und die wachsende Kundenbasis, notierte Felix Dennl vom Bankhaus Metzler. Nicht ganz so begeistert zeigte sich hingegen UBS-Analyst Olivier Calvet: Das Umsatzwachstum mit dem E-Rezept in Deutschland habe die von Visible Alpha ermittelte Konsensschätzung um zehn Prozent verfehlt. Dies sei unter anderem vom Anstieg des internationalen Geschäfts kompensiert worden.
Insgesamt steigerte das Unternehmen die Erlöse im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 717 Millionen Euro, wie Redcare im niederländischen Sevenum mitteilte. Den überwiegenden Anteil erwirtschaftete die Online-Apotheke in der deutschsprachigen Region (Deutsch, Österreich, Schweiz). Allein in Deutschland wurden die Umsätze mit E-Rezepten im ersten Quartal auf 108 Millionen Euro fast verdreifacht. Diese Kennziffer steht besonders im Fokus von Investoren und Analysten. Auf Unternehmensebene legte sie den Angaben zufolge um knapp 50 Prozent auf 233 Millionen Euro zu.
Den Löwenanteil des Geschäfts macht Redcare jedoch weiter mit dem Verkauf von rezeptfreien Produkten. Hier stiegen die Erlöse um knapp ein Fünftel auf 484 Millionen Euro. Im Auftaktquartal überschritt das Unternehmen erstmals die Marke von 13 Millionen aktiven Kunden.
Ergebniszahlen nannte die Online-Apotheke nicht, jedoch soll die Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) "wieder positiv ausfallen", erklärte Finanzvorstand Jasper Eenhorst. Das Unternehmen habe die Marketingkostenquote trotz des schnellen Wachstums "verbessert". Redcare sei "klar auf Kurs", die Jahresziele zu erreichen.
So hatte Redcare im März für 2025 ein Umsatzwachstum von mindestens einem Viertel in Aussicht gestellt. Basierend auf knapp 2,4 Milliarden Euro Erlös im vergangenen Jahr wären das im schlechtesten Fall 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge (Ebitda-Marge) soll sich auf 2 bis 2,5 Prozent etwas verbessern. Unter dem Strich hatte Redcare im vergangenen Jahr aber rote Zahlen geschrieben.
Den vollständigen Quartalsbericht will das Unternehmen am 6. Mai veröffentlichen./nas/men/mis