3.4.2025 09:04:07 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.Die UniCredit ist bereits letzten September bei der Commerzbank eingestiegen. Eine Übernahme scheint jedoch aktuell nicht ganz oben auf der Agenda zu stehen. Anders sieht es bei einem weiteren Zukauf in Italien aus, den die Mailänder jetzt forcieren wollen.Der Anteil an der Commerzbank wurde von der UniCredit mehrmals aufgestockt, der Großteil der Beteiligung besteht allerdings derzeit nur indirekt über Derivate. Diese müssten erst in Aktien gewandelt werden. Die Erlaubnis, ihren Anteil auf bis zu 29,9 Prozent aufzustocken, hat die Bank von der EZB im März erhalten. Aber bisher steht noch die Genehmigung des Bundeskartellamts aus.Jüngste Aussagen von CEO Andrea Orcel zur Commerzbank-Beteiligung wiesen zuletzt darauf hin, dass es noch länger dauern dürfte, bis es eine endgültige Entscheidung gibt. Stattdessen greift er nun nach der Banco BPM, wo man bereits im April 2022 eine erste Position aufgebaut hatte. Nun gibt es grünes Licht von den Regulierern – die italienische Finanzmarktaufsicht Consob hat die Erlaubnis zur Übernahme erteilt.Nun können sich Aktionäre der Banco BPM vom 23. April bis zum 23. Juni entscheiden, ob sie eine Aktie gegen 0,175 Papiere der UniCredit tauschen wollen. Das Settlement soll zum 1. Juli vollzogen werden. Anleger sollten hier aber erst einmal abwarten, denn es gibt mehrere Hindernisse für eine Übernahme.Banco BPM hat ihrerseits ein Übernahmeangebot für den Vermögensverwalter Anima vorgelegt, wobei derzeit knapp unter 50 Prozent der Aktionäre der Offerte zugestimmt haben. Das Angebot läuft noch bis morgen. Für die UniCredit wäre eine Fusion der Banco BPM mit Anima eine Giftpille, denn die Übernahme würde die Kapitalquote von BPM um bis zu 268 Basispunkte sinken lassen.Damit wäre die Übernahme der BPM für die UniCredit nicht mehr so attraktiv. Mehrfach hatte deren CEO Orcel betont, dass er bei Übernahmen sorgfältig prüfen werde, ob die Bedingungen noch stimmten. Andernfalls könnte es zu einer Absage kommen.Die Offerte für die Banco BPM ist nicht sonderlich attraktiv. Gut möglich, dass die UniCredit noch nachlegen muss oder die Übernahme scheitert. Denn die Crédit Agricole ist mit 9,8 Prozent Großaktionär bei BPM und hat jetzt die Erlaubnis von der EZB erhalten, ihren Anteil auf bis zu 19,9 Prozent auszubauen. Zustimmen muss noch die Banca d’Italia.
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