Am Donnerstag reagierten Investoren mit massiven Aktienverkäufen auf die weitreichenden und hohen Importzölle der Trump-Regierung. Der Dow Jones Industrial Index verlor 3,9 Prozent auf 40.545 Punkte und fiel auf den tiefsten Stand seit September des vergangenen Jahres. Es war der größte Tagesverlust seit drei Jahren.
Der marktbreite S&P 500 gab ebenfalls deutlich nach. Er rutschte letztlich um 4,8 Prozent auf 5.396 Punkte ab – ein weiteres Tief seit September 2024. Noch stärker waren die Verluste im technologielastigen Nasdaq 100. Der Index brach um 5,4 Prozent auf 18.521 Punkte ein, was ebenfalls den niedrigsten Stand seit September 2024 markierte. Seit Jahresbeginn hat der Index nun bereits gut elf Prozent verloren.
Hintergrund der massiven Kursverluste ist ein neues Zollpaket von US-Präsident Donald Trump, mit dem er Handelskonflikte weltweit verschärft. Die Regierung verhängt pauschale Importzölle von zehn Prozent auf Waren aus sämtlichen Ländern. Für viele Staaten mit hohem Handelsdefizit gegenüber den USA gelten sogar noch höhere Abgaben. So sollen für Einfuhren aus Deutschland und der Europäischen Union neue Zölle in Höhe von 20 Prozent greifen.Diese Maßnahmen schüren Sorgen vor erheblichen Schäden für die Weltwirtschaft – und auch für die USA selbst. Durch die Zölle könnten viele Konsumgüter teurer werden, was die Inflation anheizt. "Das stellt die US-Notenbank vor eine schwierige Herausforderung", analysierte Thomas Gitzel von der VP Bank. Während steigende Zölle die Inflation treiben, könnte die US-Wirtschaft unter der zusätzlichen Belastung deutlich an Schwung verlieren.Auf der Einzeltitelebene traf es unter anderem die Magnificent 7 hart. Unter ihnen gab es nur Verlierer. Besonders hart traf es Apple mit einem Kursrückgang von fast elf Prozent. Das Unternehmen leidet unter den neuen Zöllen, da China ein zentraler Produktionsstandort für iPhones und Macs ist.
Auch die anderen Tech-Giganten gerieten unter Druck: Alphabet verlor 4,9 Prozent, Amazon und Meta büßten jeweils rund acht Prozent ein. Tesla fiel um gut fünf Prozent. Nvidia musste ein Minus von über sieben Prozent hinnehmen. Microsoft hielt sich mit einem Minus von 1,5 Prozent noch am besten. Insgesamt summierte sich die Tagesverluste der glorreichen Sieben auf über 800 Milliarden Dollar.
Auch die Chipindustrie wurde schwer getroffen: Aktien großer Hersteller wie Microchip Technology und Micron Technology verzeichneten zweistellige Verluste. Bei NXP Semiconductors, Qualcomm, Analog Devices und Broadcom fielen die Kurse um bis zu zehn Prozent. Einzig Intel konnte sich dem negativen Sog kurz vor Handelsschluss noch entziehen. Ein neuer Deal mit TSMC beflügelte die Aktie des kriselnden Chipriesen.
Zudem gerieten Unternehmen mit globalen Lieferketten unter Druck. Im Dow traf es den Baumaschinenhersteller Caterpillar und den Flugzeugbauer Boeing besonders stark.
Auch Konsumgüter- und Bekleidungshersteller litten erheblich unter den neuen Zöllen: Nike stürzte um zwölf Prozent ab, während Foot Locker sogar einen Verlust von 17 Prozent hinnehmen musste. Die Reise- und Flugbranche sowie der Bausektor gehören ebenfalls zu den am stärksten betroffenen Industrien.