Mit drastischen Zöllen sorgt Donald Trump für neue Turbulenzen an den Märkten – und stellt die US-Notenbank vor eine schwierige Entscheidung. Steigende Inflation und schwächeres Wachstum könnten die Zinspolitik der Fed auf den Kopf stellen.
Präsident Donald Trump hat mit den höchsten Zöllen seit über 100 Jahren die Märkte überrascht und der US-Notenbank (Fed) eine schwierige Aufgabe beschert. Ökonomen rechnen mit steigender Inflation und schwächerem Wachstum – möglicherweise sogar einer Rezession.Laut Evercore ISI bringen die Risiken für Inflation und Beschäftigung die Fed in eine Zwickmühle. Während Händler nun mit vier Zinssenkungen in diesem Jahr rechnen, hält Morgan Stanley es für möglich, dass die Fed aufgrund der höheren Inflation gar nicht senkt. Evercore sieht hingegen eine Spanne von null bis zu mehr als fünf Zinssenkungen, je nach Wirtschaftslage.Fed-Chef Jerome Powell betonte kürzlich, dass die Zinsen noch eine Weile stabil bleiben sollen, um die Auswirkungen der Zölle zu bewerten. Die Unsicherheit, wie lange die Zölle bestehen bleiben, ist ein entscheidender Faktor. Einige Experten, wie Luke Tilley von Wilmington Trust, sehen die Rezessionswahrscheinlichkeit bereits bei 50 Prozent, falls die Zölle länger als drei Monate bestehen.
Die Inflation bleibt ein kritisches Thema. Der PCE-Kernindex lag zuletzt bei 2,8 Prozent – deutlich über dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent. JPMorgan-Ökonom Michael Feroli warnte, dass Trumps Maßnahmen die Inflation um 1,0 bis 1,5 Prozent steigern und das Wirtschaftswachstum gefährlich nahe an eine Rezession bringen könnten.