Die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump hatten am Donnerstag deutliche Auswirkungen auf deutsche Aktien. Der DAX startete mit einem starken Minus und erreichte den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Danach konnte er das Minus ein wenig verringern und pendelte zeitweise wieder knapp über der Marke von 22.000 Punkten. Gegen Mittag lag der Index jedoch bei 21.860 Punkten, was einem Rückgang von mehr als zwei Prozent entspricht.
Besonders betroffen waren zunächst die Aktien von Autobauern und Chemieunternehmen, die sich später jedoch etwas erholten. Pharma-Aktien legten zu, da für diese Branche vorübergehend keine Zölle gelten sollen, wie aus Marktkreisen zu hören war.
Die Aktien von Sportartikelherstellern wie Adidas und Puma brachen hingegen teils zweistellig ein. Grund dafür ist, dass der südostasiatische Raum ein wichtiger Produktionsstandort für diese Unternehmen ist und Trump dortige Länder mit besonders hohen Zöllen belegt.
Siemens gab bekannt, den Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware im Bereich Life Sciences, Dotmatics, für 5,1 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Die Analysten der kanadischen Bank RBC bezeichneten die Übernahme als sinnvoll, jedoch teuer. Die Siemens-Aktien fielen daraufhin um 5 Prozent. Siemens-Finanzchef Ralf Thomas erklärte, dass die Finanzierung der Übernahme hauptsächlich durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, darunter auch Siemens Healthineers, erfolgen werde. Die Aktien von Healthineers sanken um 4,4 Prozent.
Auch die DHL Group reagierte auf das Zollpaket mit einem Rückgang von 4,4 Prozent. DHL-Chef Tobias Meyer warnte vor einer zunehmenden Komplexität des Welthandels. "Die Handelsrouten werden sich verändern und komplexer werden", erklärte er. Bezüglich der möglichen Auswirkungen auf die Ergebnisse von DHL zeigte sich Meyer zunächst abwartend.
mit Material von dpa-AFX