Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zollpaket hat am Donnerstag für trübe Stimmung an der deutschen Börse gesorgt. In der unsicheren Marktlage suchten Anleger – wie so oft in Krisenzeiten – verstärkt Zuflucht in als sicher geltenden Anlagen wie Staatsanleihen und Gold.
Der DAX rutschte auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar und beendete den Handelstag mit einem Verlust von 3,0 Prozent bei 21.717,39 Punkten. Der MDAX gab um 2,25 Prozent nach und schloss bei 26.874,62 Zählern.
Ab Samstag erheben die Vereinigten Staaten pauschale Zölle von zehn Prozent auf Importe aus sämtlichen Ländern. Zusätzlich kündigte die US-Regierung ein komplexes System gegenseitiger Zollerhöhungen an, das für viele Staaten noch höhere Abgaben bedeutet. Für die Europäische Union hat dies zur Folge, dass ab kommender Woche Ausfuhren ihrer Mitgliedsländer in die USA mit einem Zollsatz von 20 Prozent belegt werden.
Besonders unter Druck stand die Aktien des Sportartikelhersteller Adidas. Sie gab am Donnerstag 11,1 Prozent nach. In der zweiten Reihe erwischte es Konkurrent Puma ähnlich hart. Er gab zudem bekannt, dass CEO Arne Freundt aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die Strategieausführung schon in der kommenden Woche zurücktreten wird.
Die kürzlich eingeführten US-Importzölle von zusätzlichen 25 Prozent auf europäische Autos belasten auch die deutschen Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen erheblich. Analysen zufolge könnten die zusätzlichen Kosten für diese Unternehmen insgesamt rund elf Milliarden Euro betragen.
Bereits im Vorfeld der Zölle verzeichneten die Aktien dieser Hersteller deutliche Kursverluste, die sich nach Inkrafttreten der Zölle fortsetzten. Um den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, prüfen die Unternehmen verschiedene Maßnahmen, darunter die Verlagerung von Produktionsstätten oder die Anpassung ihres Modellangebots auf dem US-Markt.
Auch BASF steht vor Herausforderungen durch die von den USA angekündigten Zölle von 20 Prozent auf EU-Importe. Diese Maßnahmen könnten die Exportgeschäfte des Chemiekonzerns erheblich belasten. Die Deutsche Bank sieht sich ebenfalls mit den Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Importzölle konfrontiert.
Zu den wenigen Gewinnern zählten Immobilienunternehmen wie Vonovia. Die Aussicht auf fallende Zinsen hat ihre Aktien gegen den Trend deutlich steigen lassen. Bei Vonovia stand am Ende ein Plus von 7,6 Prozent auf der Kurstafel. Auch andere Immobilienwerte wie Aroundtown, Deutsche Wohnen, LEG und TAG Immobilien verzeichneten deutliche Kursgewinne.