Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein Informationsblatt des Weißen Hauses berichtete, bleibt die Pharmabranche zumindest vorerst von den zusätzlichen Abgaben verschont. Im DAX, der zuletzt gut zwei Prozent verliert, schafften es daraufhin die Titel wie Bayer 1,4 Prozent ins Plus. Die Aktie von Bayer ist aber trotz des heutigen Anstiegs weiterhin chattechnisch deutlich angeschlagen. Erst ein Sprung über die 200-Tage-Linie sowie anschließend über das Märzhoch bei 25,47 Euro würde eine klare Aufhellung des Chartbilds bringen.
Europaweit gab es bei Sanofi, Novartis, Astrazeneca oder GSK Kursgewinne zwischen 0,6 und 1,8 Prozent. Roche waren derweil mit mehr als zwei Prozent Minus eine negative Ausnahme. Die Schweizer erlitten in einer Studie mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus einen Forschungsrückschlag.Cespedes hob hervor, dass die Sorgen um die Auswirkungen von Zöllen im Pharmasektor zuletzt größer geworden seien. Aktien aus der ganzen Gesundheitsbranche hatten deshalb am Vortag deutlich Federn gelassen, was sich nun zumindest in Teilbereichen etwas entspannte. Der Experte erwähnte zwar, dass die Pharmabranche in einer Reihe anderer Kategorien auf US-Importe angewiesen sei, etwa bei organischen Chemikalien oder Glas- und Kunststoffverpackungen. Der Effekt davon sei aber beherrschbar, so Cespedes.Im Medizintechnik-Bereich jedoch wurden die Zollbedenken am Donnerstag größer. Hier sanken am Donnerstag die Kurse nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Citigroup-Analyst Giang Nguyen erwähnte in einer Studie, Firmen wie Philips oder Siemens Healthineers würden davon stark betroffen sein. Die Aktie von Siemens Healthineers gehört deswegen am Donnerstag mit einem Minus von 4,7 Prozent zu den stärksten Verlierern des Tages im DAX. Die Aktie von Siemens Healthineers hat seit ihrem im Februar bei 58,48 Euro markierten Jahreshoch zuletzt massiv Federn lassen müssen. Dabei rutschte die Aktie auch unter die 200-Tage-Linie zurück. Wichtige Unterstützung ist nun das Oktobertief 2024 bei 47,31 Euro. Diese sollte unbedingt verteidigt werden, soll sich das charttechnische Bild nicht noch weiter eintrüben.Enthält Material von dpa-AFX