Nike mit einem Minus sieben Prozent, Adidas und Puma sogar mit zweistelligen Verlusten: Die neu angekündigten Zölle von US-Präsident Donald Trump haben die Anleger in Schockstarre versetzt. Mit besonders hohen Zöllen auf Vietnam trifft es einen zentralen Produktionsstandort der Sportartikel-Hersteller.
Präsident Trump kündigte Zölle von 46 Prozent auf Vietnam, 32 Prozent auf Indonesien und 34 Prozent auf China an. Wie viele andere US-amerikanische Schuhmarken produziert auch Nike seine Produkte seit Langem in asiatischen Fabriken. Der Sportartikelhersteller bezieht 95 Prozent seiner Waren von Zulieferern in Vietnam, Indonesien und China, wobei die Produktion in den letzten Jahren zunehmend von China auf Vietnam und Indonesien verlagert wurde. Nike produziert dort die Hälfte seiner Schuhe, bei Adidas sind es rund 39 Prozent. Vietnam ist der wichtigste Schuhlieferant für beide Unternehmen und trägt mit den dort produzierten Schuhen zu gemeinsamen Jahreseinnahmen von über 20 Milliarden Dollar bei (DER AKTIONÄR berichtete).
Nike hat bereits angekündigt, dass die Bruttomarge in diesem Quartal stark zurückgehen wird, was zum Teil auf die US Zölle auf Produkte aus China und Mexiko zurückzuführen sei (DER AKTIONÄR berichtete). „Eine Verlagerung der Lieferketten ist keine Option, da Leistungs Performance-Schuhe sehr spezifische Fähigkeiten und Fabriken erfordern“, so Bloomberg-Analystin Poonam Goyal. „Ich kann mir nicht vorstellen wie die Preise für die Verbraucher nicht steigen sollen.“
UBS-Analyst Robert Krankowski bezeichnet diesen Zollsatz als „weitaus schlimmer als die Erwartungen der Investoren" und rechnet angesichts Vietnams wachsender Rolle in der Schuhproduktion mit erheblichen Auswirkungen auf die Profitabilität der Branche.