MÜNCHEN (dpa-AFX) - 'Münchner Merkur' zu Asyl:
Die Bundesinnenministerin und der Chef ihres Bundesamts für Migration scheinen nicht in derselben Welt zu leben: Am selben Tag, an dem Nancy Faeser die Asylerfolge der Ampelregierung rühmt, stellt der BAMF-Präsident der Asylpolitik ein vernichtendes Zeugnis aus. Es sei "zynisch", erlaube keine Begrenzung der Migration und lade zum Missbrauch ein. Nutznießer seien Schlepper und junge Männer. Die Kontroverse zwischen der SPD-Ministerin und dem ihr unterstellten Behördenchef mit CSU-Parteibuch zeigt, wie tief die Gräben in der Migrationspolitik noch immer sind. Vor allem für den Noch-nicht-Kanzler Merz ist das ein Riesenproblem. Doch täuscht sich die SPD, wenn sie glaubt, dass es nur darum geht, Merz einen Gefallen zu tun oder auch nicht: Scheitert der CDU-Chef, dann scheitert in Deutschland die politische Mitte. Dann könnten, wie in Frankreich, bald nur noch die Gerichte die Machtübernahme der Radikalen stoppen./yyzz/DP/stk