Dieser Frage ist nun Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital Asset Research bei der britischen Großbank Standard Chartered, in einer aktuellen Studie nachgegangen. Dazu erstellte er einen hypothetischen Index namens „Mag 7B“, bei dem Tesla im beliebten Magnificent-7-Aktienkorb („Mag 7“) durch Bitcoin ersetzt wurde.
Die klassischen Magnificent 7 umfassen die führende Technologieunternehmen Apple, Microsoft, Amazon, Meta, Alphabet, Nvidia und Tesla. Mit seiner Marktkapitalisierung von rund 1,7 Billionen Dollar zum Zeitpunkt der Studie würde Bitcoin den sechsten Platz in dieser illustren Gruppe einnehmen.Angesichts der teils erheblichen Kursschwankungen der volatilen Kryptowährung überrascht das Ergebnis: „Wir haben festgestellt, dass Mag 7B sowohl höhere Renditen als auch eine niedrigere Volatilität als der eigentliche Mag-7-Index aufweist“, zitiert das Branchenportal Decrypt aus der Standard-Chartered-Studie.
Investoren, die seit 2017 – als Bitcoin gerade sein damaliges Allzeithoch erreicht hatte – die Digitalwährung statt Tesla im Depot gehabt hätten, könnten sich heute über eine um etwa fünf Prozent bessere Performance freuen. Verglichen mit den prozentual vierstelligen Kursgewinnen, die sowohl Bitcoin also auch die Tesla-Aktie seit 2017 verzeichnet haben, fällt das Performance-Plus des Mag 7B allerdings kaum ins Gewicht.„Vielleicht noch wichtiger als die Rendite ist die geringere Volatilität von Mag 7B im Vergleich zu Mag 7 in jedem Jahr“, so Kendrick weiter. Über den gesamten Zeitraum seit 2017 sei die durchschnittliche annualisierte Volatilität des Mag 7B fast zwei Prozentpunkte niedriger gewesen als bei den originalen Mag 7.
Insbesondere seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump am 20. Januar sei Bitcoin quasi wie eine Mag-7-Aktie gehandelt worden, sagt Kendrick. Einige Marktbeobachter sehen die These vom Bitcoin als unkorreliertem Asset oder gar sicherem Hafen daher widerlegt. Durch das wachsende institutionelle Engagement könnte er künftig jedoch eine Doppelrolle einnehmen und gleichermaßen als Absicherung und Wachstumstitel dienen.
„Mit der Zeit könnte Bitcoin mehrere Zwecke in Portfolios der Anleger erfüllen“, meint der Analyst. Und das wiederum könnte weitere Kapitalzuflüsse nach sich ziehen. Zumindest kurzfristig dürften aber vor allem steigende Kurse an der Nasdaq den Bitcoin mit nach oben ziehen. „Die 90.000 Dollar sind jetzt im Fokus“, so Kendrick.