Die Preise in den USA sind im Februar weniger stark gestiegen als erwartet. Das und die Hoffnung auf eine Befriedung des Ukraine-Kriegs sorgen am Mittwoch im frühen Handel für steigende Indizes. Vor allem Tech-Werte zeigen Aufschläge. Heraus stechen zum Beispiel Intel, Reddit und Tesla. Negativ fällt XPeng auf.
In den USA hat sich die Inflation dank geringerer Kosten für Energie überraschend stark abgeschwächt. Im Februar stiegen die US-Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,8 Prozent, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch vor US-Handelsstart mit. Im Januar hatte die Teuerung noch 3,0 Prozent betragen und war so stark gewesen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang der Rate gerechnet, aber nur auf 2,9 Prozent.
Zu den stärksten Preistreibern zählten im Jahresvergleich Kosten für Dienstleistungen. Auch Wohnungen haben sich überdurchschnittlich stark verteuert. Dagegen hat sich Energie im Jahresvergleich leicht verbilligt und die Inflation gedämpft.
Auch im Monatsvergleich stiegen die Preise schwächer als erwartet. In dieser Betrachtung meldete das Ministerium einen Zuwachs um 0,2 Prozent, nachdem die Preise zu Beginn des Jahres noch deutlich stärker um 0,5 Prozent gestiegen waren. Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 0,3 Prozent erwartet.
Die US-Aktien wollen nach den jüngsten Verlusten am Mittwoch mehrheitlich aufwärts. Neben den erfreulichen US-Inflationsdaten stützt auch die Hoffnung auf eine Befriedung des Ukraine-Kriegs – ähnlich wie in Europa. Den sich zuspitzenden Handelskonflikt schieben die Anleger vorerst beiseite.
Die EU kündigte derweil eine entschiedene Reaktion auf die nun in Kraft
getretenen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte an. In einem ersten
Schritt sollen von April an Extrazölle auf die Einfuhr von US-Produkten
wie Bourbon-Whiskey, Jeans, Motorräder, Boote und Erdnussbutter greifen.
Weitere Maßnahmen würden dann nach Abstimmung mit den
EU-Mitgliedstaaten Mitte April folgen, hieß es.
Kurz nach Handelsbeginn liegt der Leitindex Dow Jones 0,35 Prozent höher bei 41.670 Punkten. Der S&P 500 startet gut ein Prozent verbessert in den Handel bei 5.635 Punkten. Der von Tech-Werten dominierte Nasdaq 100 gewinnt anfangs 1,8 Prozent auf 19.735 Zähler.
Chip-Wert Intel profitiert von neuen Gerüchten um eine Aufspaltung. Im frühen Handel geht es um fünf Prozent aufwärts auf 20,75 Dollar. Der Halbleiter-Riese TSMC hat mehreren Chipriesen einen Deal zur Gründung eines Joint Ventures für den Betrieb von Intels Gießerei-Geschäft in den USA angeboten. Ins Spiel gebracht wurden Nvidia, AMD, Broadcom und Qualcomm.
Für die Aktien des Elektroauto-Bauers Tesla zeichnet sich ebenfalls eine weitere Erholung ab. Der Nasdaq-100-Wert gewinnt gut acht Prozent auf 249 Dollar. Zu Wochenbeginn hatten sie noch mit gut 15 Prozent den heftigsten Tageseinbruch seit September 2020 und tags darauf den tiefsten Stand seit Oktober verzeichnet, bevor die aktuelle Gegenbewegung einsetzte.
Weiter stark zeigt sich mit einem Aufschlag von über sieben Prozent auch die Reddit-Aktie. Bereits am Vortag hatte das Papier zweistellig zugelegt. Auslöser ist eine Analysten-Stimme: Loop Capital hat den Kursrutsch bei Reddit als "übertrieben" bezeichnet, wie CNBC aus einer Analystennotiz zitierte. Zu den größeren Verlierern zählt hingegen mit einem Abschlag von über fünf Prozent auf 25 Dollar die XPeng-Aktie.
Ein vorbörsliches Kursplus von 1,9 Prozent nach einer wochenlangen Talfahrt stand bei ServiceNow zu Buche. Der Technologiekonzern unter Führung des ehemaligen SAP-Chefs Bill McDermott steht Kreisen zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Kauf des KI-Start-ups Moveworks. Servicenow wolle dafür fast 3 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legen - es wäre die größte Transaktion in der knapp 13-jährigen Börsenhistorie des 2004 gegründeten Unternehmens. Von Vertretern beider Unternehmen gibt es bisher keine Stellungnahmen zu der Meldung.
Nach US-Handelsschluss wird Adobe aktuelle Geschäftszahlen präsentieren. Die Aktie zeigt sich mit einem Aufschlag von knapp einem Prozent abwartend.
Enthält Material von dpa-AFX