Mercedes-Benz hat 2024 mit seinen Finanzkennzahlen enttäuscht. So brachen EBIT und Umsatz um rund 31 respektive fünf Prozent ein. 2025 ist mit Blick auf die Prognose keine Besserung zu erwarten. Daher hatten die Stuttgarter bereits ein Sparprogramm angekündigt, am Dienstag kam es zur Einigung mit dem Betriebsrat – hier sind die Details.
Das Sparprogramm soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern und die Profitabilität verbessern. Erste Eckpunkte hatte der Vorstand bereits im Februar vorgestellt. Nun haben sich Management und Gesamtbetriebsrat auf ein umfassendes Maßnahmenpaket geeinigt. Zunächst hatte die Wirtschaftswoche darüber berichtet, ehe eine Sprecherin die Einigung bestätigte.
Um die Kosten zu senken, setzt Mercedes-Benz auf verschiedene Maßnahmen. Ein wesentlicher Punkt ist der Personalabbau in indirekten Bereichen, also nicht in der Produktion. Dabei soll ein Abfindungsprogramm greifen, das auf der sogenannten doppelten Freiwilligkeit basiert – sowohl Unternehmen als auch der jeweilige Mitarbeiter müssen dem Ausscheiden hierbei zustimmen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen.
Darüber hinaus gibt es Einsparungen bei den Vergütungsbestandteilen. So werden Gehaltssteigerungen aus künftigen Tarifabschlüssen nur noch zur Hälfte umgesetzt. Der Autobauer zieht einen Teil der vereinbarten Erhöhungen von den übertariflichen Zulagen ab, wodurch sich die tatsächliche Lohnsteigerung für die Beschäftigten spürbar verringert.Auch bei Zusatzleistungen müssen die Mitarbeiter Einschnitte hinnehmen. Die Möglichkeit, sich sechs bis acht nicht genommene Urlaubstage in Geld auszahlen zu lassen, entfällt komplett. Zudem werden Jubilare künftig auf spezielle Aufenthalte im Rahmen ihres Dienstjubiläums verzichten müssen, wobei andere Prämien und Feierlichkeiten erhalten bleiben.Mercedes-Benz will außerdem Fixkosten und Materialkosten senken. Bis 2027 sollen die Produktionskosten um zehn Prozent reduziert werden, ebenso die allgemeinen Fixkosten. Ein weiterer Schritt ist das Outsourcing von Verwaltungsaufgaben. Bestimmte Tätigkeiten werden künftig an externe Dienstleister ausgelagert, um Kosten zu senken und interne Strukturen zu verschlanken.Trotz der Sparmaßnahmen erhalten die Mitarbeiter eine Ergebnisbeteiligung für das Geschäftsjahr 2025. Diese fällt mit bis zu 5.220 Euro pro Vollzeitkraft jedoch deutlich niedriger aus als zuletzt. In den Vorjahren lag sie bei bis zu 7.300 Euro. Ab 2027 läuft die Vereinbarung zur Ergebnisbeteiligung aus, eine Fortsetzung ist unklar. Auch beim Vorstand kommt es zu Einschnitten: Die Basisvergütung für den Vorstand sowie leitende Angestellte wird 2025 nicht erhöht.Ein zentraler Erfolg für den Gesamtbetriebsrat ist die Verlängerung der sogenannten „Zusi“. Die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bislang bis 2029 ausschloss, gilt nun bis Ende 2034. Damit erhalten rund 91.000 Beschäftigte in Deutschland eine langfristige Arbeitsplatzgarantie.