Wells Fargo ist besonders wegen des langjährigen Fans Warren Buffett ein Begriff. Doch dieser stieg 2022 komplett bei der Großbank aus, da sie seit 2016 mit mehreren Skandalen zu kämpfen hatte. In der Folge mussten hohe Strafen gezahlt werden, und die Überwachung des Geldhauses wurde intensiviert. Zudem darf die Bilanzsumme seit 2018 nicht über 1,95 Billionen Dollar wachsen.
Durch geschicktes Management ist es jedoch gelungen, an der Entwicklung der Branche teilzuhaben. Das Investmentbanking bei Wells Fargo wird immer wichtiger. Im vierten Quartal konnten die Gebühren allein in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahresquartal um 59 Prozent auf 725 Millionen Dollar zulegen. Unter dem Strich übertraf man die Gewinnerwartungen und lieferte mit 5,1 Milliarden Dollar auch deutlich mehr als im Q4 2023 ab (3,5 Milliarden Dollar).Auf Jahressicht konnte der Überschuss von 17,9 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf 18,6 Milliarden Dollar gesteigert werden. Damit fällt Wells Fargo jedoch deutlich gegenüber der Konkurrenz ab. JPMorgan konnte beispielsweise letztes Jahr mit 58,5 Milliarden Dollar ein Rekordjahr feiern. Das Potenzial bei Wells Fargo ist hingegen durch eine Deregulierung und einen Wegfall der Begrenzung der Bilanzsumme groß.
Da Trump im Wahlkampf angekündigt hatte, dass er die Regulierung im Finanzsektor deutlich zurückfahren will, bestehen gute Chancen, dass bei Wells Fargo die Fesseln bald gelockert werden. Zudem hat die Bank Milliarden an überschüssigem Kapital angesammelt, um sich auf höhere Anforderungen bei der Eigenkapitalausstattung vorzubereiten. Denn eigentlich sollte 2025 in den USA die internationale Bankenregulierung Basel III finalisiert werden.Es erscheint jedoch wahrscheinlich, dass das mit Trump im Weißen Haus nicht passiert. Zumindest dürfte die Umsetzung deutlich gestreckt werden. Dann könnte auch Wells Fargo einen Teil des überschüssigen Kapitals an die Aktionäre ausschütten. Die zuletzt eher moderaten Rückkäufe eigener Anteile am Markt sollten dann merklich Fahrt aufnehmen.