In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte Mercedes-CEO Ola Källenius, dass der Autobauer trotz der Herausforderungen an seiner Elektrostrategie festhält. Bis Ende des Jahrzehnts sollen alle Segmente von der S-Klasse bis zu Kompaktmodellen elektrifiziert sein. „Die Dekarbonisierung stellen wir überhaupt nicht infrage“, betonte Källenius und verwies auf „zweistellige Milliardenbeträge“, die bereits in die E-Mobilität investiert wurden.
Mercedes hatte 2021 die „Electric-only“-Strategie angekündigt. Damit sah man ein vollständiges Ende der Verbrenner bis 2030 vor – zumindest überall dort, wo es die Marktbedingungen zuließen. Doch angesichts der schleppenden Nachfrage steckte der Konzern zurück. Nun erwartet man bis dahin einen Anteil am Absatz von höchstens 50 Prozent. Ursprünglich wurde diese Marke schon für 2025 angepeilt, wovon man allerdings noch weit entfernt ist. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag der Anteil bei lediglich 8,4 Prozent. Verbrennungsmotoren und Hybride bleiben daher länger im Programm, um eine breitere Kundschaft anzusprechen.
Källenius kritisierte in dem Interview außerdem die uneinheitliche Förderpolitik in Deutschland. Diese führe zu Verunsicherung bei den Kunden. „Wenn man reingeht und dann wieder rausgeht, so wie das in Deutschland passiert ist, wird der Kunde unsicher“, erklärte er. Langfristig angelegte Kaufanreize seien essenziell, um Vertrauen und Nachfrage für E-Autos zu stärken.