Die beiden bisherigen Top-Seller Xarelto und das Augenheilmittel Eylea verlieren peu à peu den Patentschutz. Im dritten Quartal hat der Gerinnungshemmer bereits den generischen Wettbewerbsdruck deutlich zu spüren bekommen. Die sogenannte "Patentklippe" sei laut Pharma-Chef Stefan Oelrich allerings "mehr eine Delle" als eine Klippe.
Die starke Nachfrage nach dem Prostatakrebsmittel Nubeqa und dem Nierenmedikament Kerendia werde laut Oelrich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg aber dazu beitragen, einen Teil des Umsatzrückgangs auszugleichen. Auch eine höher dosierte Version von Eylea solle helfen.
“Und dann ist natürlich der klare Plan, wenn sich dieser Xarelto-Effekt rausgewaschen hat, dass wir von da ab dann wachsen werden“, sagte Oelrich im Interview. “Ab 2027 müssen wir im Prinzip wieder mit Wachstum rechnen.“
Bayer dürfte zwar weiter auf der Suche nach lukrativen Lizenzdeals sein, wie beispielsweise mit Cytokinetics oder mit BridgeBio Pharma im März. Größere Akquisitionen in der Pharma-Sparte (Transaktionsvolumen von mindestens drei Milliarden Dollar) dürften allerdings schwer zu realisieren sein. Denn Bayer schiebt eine Nettofinanzverschuldung von satten 35 Milliarden Euro vor sich her. Das begrenzt die Möglichkeiten in Sachen M&A.