Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag ein Stabilisierungsversuch ab. Zum Handelsstart sprang der DAX um 0,2 Prozent auf 19.041 Punkte und erhöhte damit den Abstand auf die wichtige 19.000-Punkte-Marke etwas. Neben den Nvidia-Quartalszahlen dürften am heutigen Handelstag diese Themen die Kurse beeinflussen.
1. Zurückhaltung an der Wall Street
Der US-Aktienmarkt zeigte am Mittwoch eine uneinheitliche Kursentwicklung. Der Dow Jones legte um 0,32 Prozent zu und schloss bei 43.408 Punkten, während der marktbreite S&P 500 seine Anfangsverluste wettmachte und unverändert bei 5.917 Punkten aus dem Handel ging. Der technologielastige Nasdaq 100 gab hingegen leicht um 0,08 Prozent nach und endete bei 20.667,10 Punkten. Dieses gemischte Bild der US-Börsen reflektiert die aktuellen Unsicherheiten und die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der großen Indizes. Besonders im Fokus stand die Vorfreude auf den Quartalsbericht von Nvidia, der nach Börsenschluss veröffentlicht wurde.
2. Schwache Vorgaben aus Asien
Der asiatische Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag überwiegend schwach. Die wichtigsten Indizes der Region verzeichneten Verluste, wobei der Fokus weiterhin auf geopolitischen Unsicherheiten lag. In Tokio sank der japanische Leitindex Nikkei 225 um 0,8 Prozent kurz vor Handelsende, was die anhaltende Vorsicht der Anleger widerspiegelt. Auch auf dem chinesischen Festland gab der CSI 300 nach und verlor 0,1 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong schloss sich diesem Abwärtstrend an und sank um nahezu ein halbes Prozent. Diese Entwicklungen unterstreichen die derzeitige Volatilität und die unsicheren Aussichten.
3. Ölpreise dümpeln weiter um die 70-Dollar-Marke
Die aktuellen Ölpreise verzeichnen am Morgen leichte Anstiege. Der Preis für Brent-Öl lag zuletzt bei 72,97 Dollar, was einem Anstieg um 0,16 Dollar entspricht. Auch WTI-Öl zeigt eine ähnliche Tendenz mit einem Plus von 0,17 Dollar, das den Preis auf 68,92 Dollar anhebt. Diese moderaten Preisbewegungen sind Ausdruck der aktuellen Marktvolatilität, die vor allem durch geopolitische Spannungen und wechselnde Nachfrageprognosen geprägt wird. Anleger verfolgen diese Entwicklungen genau, um ihre Strategien entsprechend anzupassen.
4. Konjunkturdaten
Heute stehen unter andrem die Kfz-Erstzulassungen in Europa sowie der Philadelphia Fed Business Outlook und die Frühindikatoren in den USA auf der Agenda.
5. Unternehmensnews
In der aktuellen Handelswoche steht Rheinmetall besonders im Fokus. Die Papiere des Rüstungskonzerns haben vorbörslich auf Tradegate um 1,4 Prozent zugelegt. Der Kursanstieg ist vor allem der Aussicht auf höhere Verteidigungsausgaben zu verdanken, die das Unternehmen zu einem gefragten Akteur im Bereich Sicherheits- und Verteidigungstechnik machen. Darüber hinaus trägt der jüngst abgehaltene Kapitalmarkttag mit der Vorstellung neuer mittelfristiger Wachstumsziele zur positiven Stimmung bei. Die Deutsche Bank hat entsprechend reagiert und ihre Bewertung der Rheinmetall-Aktien von „Hold“ auf „Buy“ heraufgestuft, mit einem Kursziel von 700 Euro, was das Vertrauen in die zukünftige Geschäftsentwicklung unterstreicht.
Nvidia bleibt weiterhin ein zentraler Akteur im Technologiebereich, insbesondere durch seine Rolle im anhaltenden KI-Boom. Trotz der erneut übertroffenen Erwartungen in ihren jüngsten Quartalszahlen, erlebte die Aktie im nachbörslichen US-Handel einen Rückgang. Diese Reaktion könnte auf die bereits beeindruckende Kursverdreifachung im laufenden Jahr zurückzuführen sein. Während Experten wie Stacy Rasgon von Bernstein den Ausblick als weniger beeindruckend interpretierten, zeigt die Analyse der UBS, dass Nvidias vorsichtige Prognose durchaus Raum für positive Überraschungen bietet und somit weiteres Potenzial vorhanden sein könnte.
Eine weniger erfreuliche Entwicklung zeigt sich bei CTS Eventim. Der Ticketvermarkter musste nach der Veröffentlichung seiner Neunmonatszahlen einen Kursverlust von 2,7 Prozent auf Tradegate hinnehmen. Trotz dieses Rückschlags in der jüngsten Marktreaktion kann sich die Jahresperformance dennoch sehen lassen, mit einem beeindruckenden Anstieg von 43 Prozent seit Jahresbeginn. Dieser Rückgang könnte dennoch ein Hinweis auf Gewinnmitnahmen sein, da Investoren möglicherweise die Gelegenheit nutzen, nach den starken Zuwächsen der vorangegangenen Monate einige Gewinne zu realisieren (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri