Mit einem starken Kursrückgang fält die Evotec-Aktie am Mittwoch bedenklich in Richtung der 7-Euro-Marke. Zuvor hatte die Aktie Anfang der Woche Zuwächse von insgesamt 19 Prozent verzeichnet. Die heute veröffentlichten Neunmonatszahlen sorgten nun aber für herbe Enttäuschung.
Evotec steht vor diversen Herausforderungen: Ein leichter Umsatzrückgang von einem Prozent auf 575,7 Millionen Euro und ein bereinigter operativer Verlust von sechs Millionen Euro (Vorjahr: Plus 50,2 Millionen Euro) überraschten negativ. Der Fehlbetrag stieg von 68 Millionen Euro auf über 155 Millionen Euro an, was primär auf hohe Kosten durch einen umfassenden Konzernumbau zurückzuführen ist. Damit verfehlte Evotec die Erwartungen am Markt deutlich. Unter der neuen Führung von Christian Wojczewski verfolgt Evotec eine Strategie zur Straffung des Portfolios und Kostenreduktion, einschließlich des Verkaufs eines Produktionsstandortes in Halle und des Ausstiegs aus Gentherapien.
Zusätzlich setzt Evotec auf neue Forschungskooperationen mit Partnern wie Sandoz und Novo Nordisk, um langfristig profitables Wachstum sicherzustellen. Die Restrukturierungsmaßnahmen beinhalten auch personelle Anpassungen: Bis Ende September sank die Anzahl der Beschäftigten um 400 auf weltweit 5.007 Stellen.
Trotz dieser Rückschläge hält das Unternehmen an den reduzierten Jahreszielen fest. Es wird erwartet, dass die Umstrukturierungen und Partnerschaften mittelfristig wirken. Doch angesichts der Herausforderungen und der Volatilität im Branchenumfeld bleibt der Markt skeptisch.
Das macht die Evotec-Aktie:
Im laufenden Jahr hat die Evotec-Aktie fast zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt. Aktuell fällt sie um 16,1 Prozent auf 7,13 Euro (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch