Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich am Dienstagmorgen ein freundlicher Handelstag ab. Der DAX gewinnt dabei zum Handelsstart rund 0,5 Prozent auf 19.549 Punkte und behauptet sich damit oberhalb der 19.500-Punkte-Marke. Zudem könnten folgende Themen die Kursentwicklungen an der Frankfurter Börse maßgeblich beeinflussen:
1. Durchwachsene Kursentwicklungen an der Wall Street
Am US-Aktienmarkt herrschte am Montag eine gemischte Stimmung: Anleger zeigten Zurückhaltung vor einer Welle von Quartalsberichten, da die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse hoch gesteckt sind. Der Dow Jones fiel um 0,80 Prozent auf 42.931 Punkte, belastet durch gestiegene Renditen am Staatsanleihen-Markt und die Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Konsequenzen der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Im Gegensatz dazu verbuchte der technologielastige Nasdaq 100 einen leichten Zuwachs von 0,18 Prozent auf 20.361 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab geringfügig um 0,18 Prozent auf 5.853 Punkte nach.
2. Gemischte Vorgaben aus Asien
Am asiatischen Aktienmarkt zeigten sich am Dienstag ebenfalls unterschiedliche Tendenzen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 fiel vor dem Handelsende um deutliche 1,4 Prozent. Diese Abwärtsbewegung resultierte zum Teil aus den schwachen Vorgaben der Wall Street sowie aus der Unsicherheit vor der bevorstehenden japanischen Parlamentswahl am 27. Oktober. Im Gegensatz dazu verzeichneten die chinesischen Börsen leichte Zuwächse. Der CSI 300, der die wichtigsten chinesischen Festlandwerte umfasst, stieg um 0,3 Prozent. Der Hang Seng legte um 0,2 Prozent zu. Die chinesischen Märkte profitieren weiterhin von den Bemühungen der Regierung, die in einer Krise des Immobiliensektors steckende Wirtschaft des Landes anzukurbeln.
3. Ölpreise geben nach
Die Ölpreise korrigieren am Dienstagmorgen leicht: Brent verbilligte sich auf 74,08 US-Dollar je Barrel. Dies entspricht einem Rückgang um 0,21 US-Dollar gegenüber dem Vortag. Der Preis für ein 159-Liter-Fass der US-Sorte WTI fiel derweil um 0,13 US-Dollar auf 70,43 US-Dollar. Aktuell prägt die schwächelnde Weltkonjunktur die Preisentwicklung beim Öl. Jüngst hatten sowohl die OPEC als auch die EIA die Nachfrageprognosen gesenkt.
4. Konjunkturdaten
Folgende Termine stehen heute auf der Agenda:
11:00 EUR: Staatsschuld/BIP-Verhältnis 2023 (detailliert)
14:30 USA: Philadelphia-Fed-Dienstleistungsindex 10/24
16:00 USA: Richmond-Fed-Herstellerindex 10/24
5. Unternehmensnews
SAP sorgt mit überzeugenden Quartalszahlen für steigende DAX-Kurse. Vorbörslich steigen die Aktien des Softwarekonzerns um 4,5 Prozent, was auf einen optimistischen Ausblick auf den operativen Gewinn zurückzuführen ist, der die Markterwartungen übertrifft. Analysten, wie Michael Briest von der UBS, heben in ihren Kommentaren die Stärke dieses Quartals hervor. SAP hatte die Prognosen mit einer deutlichen Gewinnsteigerung übertroffen, was das Investorenvertrauen stärkt. Jedoch ist zu beachten, dass mit dieser dynamischen Entwicklung die Kappungsgrenze der SAP-Gewichtung im DAX bei 15 Prozent erreicht wurde, was weitere Anpassungen in der Gewichtung nötig machen könnte.
Ein weiterer positiver Einfluss auf den DAX geht von der VW-Nutzfahrzeugholding Traton aus. Traton übertraf im dritten Quartal die Erwartungen der Marktanalysten, was auf Tradegate einen Kursgewinn von 3 Prozent nach sich zog. Diese überraschend guten Zahlen zeugen von einer soliden Geschäftsentwicklung im Nutzfahrzeugsegment, was den Anlegern Zuversicht gibt und die Aktie stärkt.
Demgegenüber steht die Entwicklung der Metro, die trotz positiver Ergebnisse im Gesamtjahr 2023/24 auf ein herausforderndes viertes Quartal zurückblickt. Aufgrund eines schwächeren organischen Wachstums verloren ihre Aktien auf Tradegate 1 Prozent. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde zwar erreicht, doch das abflauende Wachstum zum Jahresende hin bremst die Euphorie der Investoren etwas aus und zeigt die schwierigen Rahmenbedingungen im Einzelhandelsgeschäft auf (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri