Zum Auftakt der neuen Handelswoche zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt ein verhaltener Start ab. Der DAX dürfte zu Beginn mit einem Minus von 0,02 Prozent nahezu unverändert bei 19.369 Zählern in den Tag starten. Damit dürfte die 19.000-Punkte-Marke zumindest vorerst weiter verteidigt werden. Zudem könnten diese Themen die Kurse beeinflussen:
1. Wall Street im Aufwind
Am US-Aktienmarkt konnten die Börsen am vergangenen Freitag ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen, unterstützt durch einen vielversprechenden Beginn der Berichtssaison. Der Dow Jones verzeichnete ein Plus von 0,97 Prozent und schloss mit 42.863 Punkten, was ihm ein wöchentliches Plus von 1,2 Prozent einbrachte. Der S&P 500 erreichte ebenfalls ein neues Hoch und stieg um 0,61 Prozent auf 5.815 Punkte. Der Nasdaq 100 legte geringfügig um 0,15 Prozent zu und schloss bei 20.271 Punkten, wobei das Wochenplus ebenfalls bei 1,2 Prozent lag. Diese Entwicklungen zeigen eine überwiegend positive Marktstimmung trotz einzelner Belastungsfaktoren, wie etwa der enttäuschenden Robotaxi-Vorstellung von Tesla, die vor allem den technologielastigen Nasdaq beeinträchtigte.
2. Uneinheitliche Vorgaben aus Asien
An den asiatischen Aktienmärkten haben sich die Kursentwicklungen zum Wochenbeginn uneinheitlich gezeigt. Der CSI 300, der die wichtigsten chinesischen Festlandswerte abbildet, konnte im späten Handel um etwas mehr als ein Prozent zulegen. Diese Erholung half, die Verluste der vorherigen Handelswoche teilweise auszugleichen. Im Gegensatz dazu geriet der Hang Seng in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong leicht unter Druck und verzeichnete einen Rückgang. Indessen blieben die Börsen in Tokio aufgrund eines nationalen Feiertags geschlossen.
3. Ölpreise schwächeln
Am Montagmorgen sind die Ölpreise leicht rückläufig. Der Preis für Brent-Öl sank um 0,96 Dollar auf aktuell 78,08 Dollar. Auch die amerikanische Sorte WTI verzeichnete einen Rückgang um 0,92 Dollar und notiert nun bei 74,64 Dollar. Diese Bewegungen spiegeln die aktuelle Volatilität des Marktes wider, der durch unterschiedliche Faktoren wie der geopolitischen Lage beeinflusst wird.
4. Konjunkturdaten
Der heutige Handelstag birgt für Anleger eine spannende Reihe von Konjunkturdaten, die potenziell für Bewegung an den Finanzmärkten sorgen könnten. Im Fokus stehen dabei die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte aus Deutschland, die um 08:00 Uhr für den August 2024 veröffentlicht werden. Diese Zahlen könnten vor allem für Unternehmen im DAX von Bedeutung sein, die direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen. Eine ungewöhnliche Entwicklung der Erzeugerpreise könnte Reaktionen hervorrufen und den deutschen Leitindex in Bewegung setzen.
Zudem sind die Handelsbilanzdaten für September 2024 aus China besonders relevant. China spielt eine zentrale Rolle im globalen Handel, und signifikante Veränderungen in seiner Handelsbilanz können weitreichende Auswirkungen haben, insbesondere auf deutsche Unternehmen, die stark in China engagiert sind. Solche Unternehmen könnten auf neue Daten aus China besonders sensibel reagieren, was sich wiederum auf den DAX auswirken kann.
5. Unternehmensnews
Die Aktien des Chemiekonzerns BASF gerieten im vorbörslichen Handel unter Druck und verloren mehr als ein Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Freitag. Dieser Rückgang folgt der Entscheidung der Schweizer Großbank UBS, ihre Kaufempfehlung für BASF zu streichen. UBS-Analyst Geoff Haire begründet diesen Schritt mit der ausbleibenden Erholung des Volumenwachstums im zyklischen Chemiesektor im ersten Halbjahr. Zudem blieben die Frühindikatoren im negativen Bereich. Für 2025 sieht Haire nur begrenzte Verbesserungen in den wichtigen Endmärkten Bau und Agrar und verweist auf potenzielle Abwärtsrisiken im Automobilbereich.
Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verzeichnete einen Anstieg der Aktien um gut ein Prozent auf der Handelsplattform Tradegate. Diese positive Entwicklung ist auf Fortschritte beim Unternehmensumbau zurückzuführen. Der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson gab an, dass etwa 70 Prozent aller Bayer-Teams bereits im neuen Organisationsmodell arbeiten, und erwartet bis zum Jahresende einen Anstieg auf 80 bis 90 Prozent. Ursprünglich war dieser Fortschritt erst für Herbst 2025 geplant. Diese zügige Transformation stieß auf positive Resonanz am Markt.
Die Aktien der Lufthansa fielen auf Tradegate um 1,5 Prozent. Der Rückgang ist auf Aussagen von CEO Carsten Spohr zurückzuführen, der Bedenken hinsichtlich der künftigen Anbindung des Wirtschaftsstandorts Deutschland äußerte. In einem Gespräch mit der Bild am Sonntag verwies Spohr auf die extrem gestiegenen staatlichen Kosten im Luftverkehr, die zu einem schrumpfenden Angebot führen. Er betonte, dass vermehrt Fluggesellschaften deutsche Flughäfen meiden oder wichtige Verbindungen streichen. Diese Entwicklungen beunruhigen Investoren und führten zu einem Kursrückgang (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri