Die Covestro-Aktie steht am Dienstag wegen des Übernahmeinteresses von Adnoc erneut im Fokus der Anleger. Adnoc verfolgt das strategische Ziel, einen maßgeblichen Anteil an dem deutschen Kunststoffhersteller zu erwerben. Finanztreff.de blickt auf die Entwicklung, die erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Unternehmensstrategie haben könnte.
Das staatliche Ölunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate, Adnoc, hat einen bedeutenden Schritt in Richtung einer vollständigen Übernahme des deutschen Kunststoffherstellers Covestro unternommen. Adnoc hat sich laut einer Stimmrechtsmitteilung 8,5 Prozent der Anteile am DAX-Konzern Covestro gesichert. Als Teil dieser Strategie wurde eine Investitionsvereinbarung mit Covestro getroffen, die eine Bewertung von 62 Euro je Aktie vorsieht. Dadurch wird der Gesamtwert von Covestro auf etwa 11,7 Milliarden Euro festgelegt.
Neben dem Erwerb bestehender Aktien plant Adnoc auch, durch eine Kapitalerhöhung neue Wertpapiere im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro zu erwerben. Diese Investitionen berücksichtigen Covestros Schuldenlast von etwa drei Milliarden Euro. Insgesamt plant Adnoc, fast 16 Milliarden Euro in Covestro zu investieren. Voraussetzung für die Übernahme ist eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie.
Deutsche Bank erhöht Kursziel
Die Deutsche Bank hat das Kursziel für die Covestro-Aktie von 58 Euro auf 62 Euro erhöht und ihre Einstufung mit „Buy“ bestätigt. Diese Aufwertung deutet auf optimistische Erwartungen hinsichtlich der geplanten Übernahme durch Adnoc hin. Das Übernahmeangebot von 62 Euro je Aktie entspricht einem Aufschlag von 6,5 Prozent gegenüber dem gestrigen Xetra-Schlusskurs.
Das macht die Covestro-Aktie
Im vorbörslichen Handel bei Tradegate notiert die Covestro-Aktie am Dienstagmorgen trotz der Übernahme-News nahezu unverändert bei 58,14 Euro. Demnach scheinen Anleger die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch Adnoc aktuell für wenig wahrscheinlich zu halten (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri