1.10.2024 06:01:53 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.UniCredit-CEO Andrea Orcel hatte zuletzt mehrfach versichert, eine feindliche Übernahme der Commerzbank nicht gegen den Willen anderer Stakeholder durchziehen zu wollen. Unterdessen hat sich Bundesfinanzminister Christian Lindner erneut mit Kritik geäußert.Die UniCredit hatte sich vor rund drei Wochen neben den 4,5 Prozent, die der Bund verkaufte, weitere 4,5 Prozent der Commerzbank-Aktien am Markt zusammengekauft, ohne dass es deutsche Aufsichtsbehörden gemerkt hätten. Danach haben sich die Italiener über Derivate den möglichen Zugriff auf weitere 11,5 Prozent gesichert.Die Bundesregierung und die involvierten Behörden zeigten sich davon überrascht. Allerdings war selbst in der Öffentlichkeit seit Jahren bekannt, dass die UniCredit ein Interesse an der Commerzbank hat. Anlässlich eines Bürgerdialogs in München erneuerte Finanzminister Lindner seine Kritik am Vorgehen von Orcel.„Bei der UniCredit will ich allerdings nicht verhehlen, dass mich das Vorgehen der Mailänder irritiert hat. Denn nicht nur das staatliche Paket dann in der Auktion für sich zu sichern, sondern gleichzeitig, ohne dass es für den Verkäufer Bund bekannt war, am Kapitalmarkt sich weitere Anteile zu sichern, ... das war schon sehr irritierend“, so Lindner.Eine Übernahme verhindern will die Bundesregierung aber nicht. Dazu hat sie auch keine treffsicheren Instrumente in der Hand. Lindner führte weiter aus, es sei Sache des Vorstandes und Aufsichtsrates zu schauen, wie man sich nun aufstelle.Für eine Übernahme hat sich unterdessen auch die Vorsitzende des Sachverständigenrats für Wirtschaft ausgesprochen. Monika Schnitzer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die vorgebrachten Einwände wie Arbeitsplatzverluste nicht überzeugen könnten. „Eine Steigerung der Produktivität ist angezeigt, um international stärker konkurrenzfähig zu werden.“
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