Die Varta-Aktie hat zum Wochenauftakt einen wenig bewegten Handelsstart verzeichnet. Jedoch könnte es sich dabei lediglich um die Ruhe vor dem Sturm handeln, denn eine Pressemitteilung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) enthält eine brisante Nachricht. Finanztreff.de beleuchtet die Details.
Wie finanztreff.de berichtete, befindet sich die Varta AG derzeit in einer tiefgreifenden Krise, die sowohl Sanierung als auch eine finanzielle Neuausrichtung erfordert. Das Unternehmen hat ein Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG (Stabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz) eingeleitet und eine Einigung mit den wesentlichen Kredit- und Eigenkapitalgebern erzielt.
Kleinanleger wollen Klagen
Allerdings wurden fast 50 Prozent der freien Aktionäre, die zum Großteil aus Kleinaktionären bestehen bislang nicht in das Verfahren eingebunden. Dagegen laufen die Kleinaktionäre Sturm und haben ihre Kräfte gebündelt. Die Vertreter der Kleinanleger wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) und Kanzleien wie Nieding + Barth und K&L Gates, haben sich zu Verhandlungen mit Varta bereit erklärt, konnten bislang jedoch keine Einigung erzielen.
Doch gerade der Ausschluss der freien Aktionäre aus dem Restrukturierungsprozess gilt als einer der wesentlichen Kritikpunkte des StaRUG-Verfahrens bei Varta. Obwohl diese fast die Hälfte der Eigentümerstruktur ausmachen, werden sie weder in die Entscheidungsfindung einbezogen noch gibt es Pläne, sie angemessen zu kompensieren. Dies steht im starken Kontrast zu den Großaktionären und den wesentlichen Kredit- und Eigenkapitalgebern, die offenbar auf eine vollständige Wertaufholung hoffen können.
Die Ungleichbehandlung der Aktionäre könnte den Erfolg des gesamten Restrukturierungsplans gefährden. Sollte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden, drohen rechtliche Auseinandersetzungen, da die Kleinanleger alle rechtlichen Mittel ausschöpfen wollen. Dies dürfte nicht nur weitere Kosten verursachen, sondern könnte auch den Fortgang und die Effektivität des Sanierungsplans erheblich beeinträchtigen.
Diese Optionen werden angestrebt
Das Bündnis „Freie Varta Aktionäre“ hat mehrere konkrete Vorschläge unterbreitet, um eine faire und einvernehmliche Lösung zu erreichen:
1. Teilnahme an der Kapitalerhöhung mittels Bezugsrechts: Eine Möglichkeit besteht in der Einbindung der freien Aktionäre in die geplante Kapitalerhöhung durch Gewährung von Bezugsrechten. Dies würde ihnen die Chance geben, ihre Anteile zu stärken und weiterhin am Unternehmen beteiligt zu bleiben.
2. Ankauf der Bezugsrechte: Ein weiterer Vorschlag sieht vor, dass die „Neu“-Aktionäre die Bezugsrechte der freien Aktionäre zu einem angemessenen Preis ankaufen. Auf diese Weise könnten die freien Aktionäre einen finanziellen Ausgleich für ihre Anteile erhalten.
3. Ankauf der Free-Float-Aktien: Schließlich wird auch ein direkter Ankauf der freien Aktien zu einem angemessenen Kurs, inklusive einer Prämie für den Verzicht auf Gegenmaßnahmen, in Betracht gezogen. Dabei sollen die eingesparten Opportunitätskosten, die durch eine rechtliche Auseinandersetzung entstehen würden, bei der Berechnung der Angemessenheit des Preises oder Kurses berücksichtigt werden.
Das macht die Varta-Aktie
Für die Varta-Aktie geht es nach der Pressemittelung um gut 0,4 Prozent nach oben. Gleichwohl sollten Anleger das Papier besser meiden. Langfristig droht der Totalverlust, sollte es nicht zu einer Einigung kommen (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Varta.