Diese Nachricht hat für lange Gesichter gesorgt – sowohl bei Kapitalmarktteilnehmern als auch betroffenen Patienten und darauf spezialisierten Medizinern. Pfizer gab in der vergangenen Handelswoche bekannt, das Sichelzellanämie-Medikament Oxbryta vom Markt zu nehmen. 2022 riss sich der Pharma-Riese die Therapie noch für satte 5,4 Milliarden Dollar unter den Nagel.
Denn den Zugriff auf Oxbryta sicherte sich Pfizer durch die Übernahme von Global Blood Therapeutics. Die akquirierte Biotech-Gesellschaft konnte die Zulassung für die Therapie zur Behandlung der Sichelzellanämie bereits im Jahr 2019 erhalten.
Der Grund für den Rückzug Pfizers vom Markt: Sicherheitsbedenken der Therapie. Auch bei Ärzten hinterlässt der radikale Schritt des Pharma-Riesen einige Fragezeichen. „Wir haben so wenige Behandlungsmöglichkeiten“, zitiert STAT News einen pädiatrischen Hämatologen. „Könnte es nicht eine veröffentlichte Warnung geben, sogar eine 'Black-Box-Warnung', anstatt den ungewöhnlichen Schritt zu machen, allen Menschen mit Sichelzellkrankheit das Medikament wegzunehmen?“
Pfizer hat in den Hochzeiten der Corona-Pandemie viele Milliarden Dollar durch Covid-19-Impfstoffe und das Covid-19-Medikament Paxlovid verdient. Firmenlenker Albert Bourla investierte die Gewinne wiederum kräftig in Übernahmen wie die von Global Blood Therapeutics. Die Einnahmen, die Pfizer mit Oxbryta erzielte, waren bis dato überschaubar. Im zweiten Quartal wiesen die Amerikaner Produkterlöse in Höhe von 92 Millionen Dollar aus nach 77 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.