Intel hat den Baustart für sein Chipwerk in Magdeburg auf das Jahr 2025 verschoben. Der Konzern beschloss dies aufgrund einer Neubewertung der Nachfrageprognosen. Das steckt dahinter.
Intel hat den Start des 30-Milliarden-Euro-Projekts in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, um zwei Jahre verschoben. Statt ursprünglich im Jahr 2023 geplant soll der Bau jetzt erst 2025 beginnen. Die beiden geplanten Fabriken hätten rund 3.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Verzögerung basiert auf einer Schätzung der erwarteten Nachfrage, erklärte Konzernchef Pat Gelsinger.
Die Bundesregierung hat Intel staatliche Hilfen in Höhe von 9,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, allerdings steht die Freigabe durch die EU-Kommission noch aus. Parallel priorisiert Intel derzeit Investitionen in den USA, mit Projekten in Ohio, Arizona, Oregon und New Mexico. Auch in Polen wurden Investitionsprojekte für zwei Jahre gestoppt. Intel steht vor finanziellen Herausforderungen und musste im letzten Quartal einen Milliardenverlust hinnehmen. Analysten erwarten weitere negative Ergebnisse.
Umstrukturierungen
Um Einsparungen von über zehn Milliarden Dollar für das kommende Jahr zu erzielen, plant Intel den Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen, was etwa 15 Prozent der Belegschaft entspricht. Trotz dieser Maßnahmen will Gelsinger Intel als führenden Auftragsfertiger etablieren und die Abhängigkeit von taiwanesischen Lieferungen reduzieren. In Deutschland gibt es Kontroversen über die Verwendung der staatlichen Subventionen für Intel. Finanzminister Christian Lindner bevorzugt eine Nutzung zur Reduzierung der Haushaltslücke, während Wirtschaftsminister Robert Habeck eine sorgfältige Verwendung zum Wohle des Landes befürwortet.
Das macht die Intel-Aktie:
Die Intel-Aktie schloss am Montag mit einem Kursplus von rund sechs Prozent bei 20,91 Dollar (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch