Vor dem Hintergrund der anhaltenden Ölpreisschwäche haben die Experten von Berenberg die Energiebranche wieder einmal genauer unter die Lupe genommen. Im Zuge dessen wurden die Kaufempfehlungen für die beiden Öl- und Gasriesen TotalEnergies und Shell erneut bestätigt. Allerdings wurden die Kursziele für beide Dividendenperlen etwas verringert.
So hat die Privatbank den fairen Wert für TotalEnergies von 75,00 auf 71,00 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Bei Shell wurde das Kursziel von 3.400 auf 3.100 Britische Pence gesenkt, das Anlagevotum erneut mit "Buy" bestätigt.
Analyst Henry Tarr erklärte in seinem heute veröffentlichten Branchenkommentar, dass den Öl- und Gasproduzenten Europas nach einer Phase anhaltend hoher Ölpreise nun wohl schwierigere Zeiten bevorstehen dürften. Dies könne man teilweise bereits jetzt an den Kursen ablesen. Sollte es mit Brent, WTI & Co weiter bergab gehen, sieht er bei einigen Ölaktien noch Abwärtspotenzial. Diesbezüglich sieht er vor allem größere Gefahren bei den Anteilscheinen von Repsol, Equinor und BP. So könnten etwa sinkende Raffinierungsmargen die Lage noch zusätzlich verschärfen. Er ist allerdings auch der Ansicht, dass sich im derzeitigen Umfeld für Investoren mit einem langen Atem auch gute Chancen ergeben. Tarrs Favoriten innerhalb des Sektors sind weiterhin TotalEnergies und Shell.
Gestern hatte sich Bernstein bereits zu Wort gemeldet. Deren Analystin Irene Himona ist für die Papiere von Shell nach wie vor bullish gestimmt. Ihr Anlagevotum lautet weiterhin "Outperform" und das Kursziel 3.250 Pence. Bei TotalEnergies ist sie etwas zurückhaltender. Die Papiere der Franzosen sind für sie nur eine Halteposition. Den fairen Wert beziffert sie allerdings auf 68,00 Euro, was immerhin deutlich über dem aktuellen Kursniveau liegt.