Siemens Healthineers hat die Übernahme eines Geschäftsbereichs von Novartis angekündigt, der auf radioaktive Chemikalien für die Krebsdiagnostik spezialisiert ist. Diese Akquisition, die über 200 Millionen Euro kostet, wurde von beiden Unternehmen gegenüber der „Financial Times“ (FT) bestätigt und soll bis Ende 2024 abgeschlossen werden.
Siemens Healthineers erwirbt die Diagnosesparte Advanced Accelerator Applications (AAA), ein 2017 von Novartis akquiriertes Unternehmen. AAA betreibt das zweitgrößte Zyklotronnetzwerk Europas. Zyklotrone sind Schlüsseltechnologien für die Herstellung der radioaktiven Verbindungen, die für PET-Scans (Positronen-Emissions-Tomographie) verwendet werden.
PET-Scans sind essenziell in der Krebsdiagnose, da sie es ermöglichen, Krebs, Herzerkrankungen und neurologische Störungen frühzeitig zu erkennen. Die Scans sind besonders hilfreich bei der Erkennung solider Tumoren wie Lungen-, Brust- und Gebärmutterhalskrebs. Sie werden auch verwendet, um die Ausbreitung von Krebs im Körper zu lokalisieren und den Behandlungserfolg zu überwachen.
Strategische Vorteile
Die Übernahme stellt einen bedeutenden Meilenstein für Siemens Healthineers dar, insbesondere für deren PET-Radiopharmazeutika-Sparte, die bisher hauptsächlich in den USA tätig war. Durch die Integration von AAA in ihr bestehendes Geschäft kann Siemens Healthineers nun eine stärkere Präsenz in Europa aufbauen. Damit positioniert sich das Unternehmen als führender Anbieter im Bereich der molekularen Bildgebung und der personalisierten Krebsbehandlung.
Siemens Healthineers, das seit seiner Abspaltung von der Muttergesellschaft Siemens im Jahr 2017 eigenständig operiert, verfolgt eine klare Wachstumsstrategie. Die Übernahme von AAA passt perfekt in diese Strategie, da sie es dem Unternehmen ermöglicht, neue Technologien und Produkte schneller auf den europäischen Markt zu bringen. Dies könnte langfristig zu einer höheren Marktdurchdringung und Umsatzsteigerungen führen.
Das macht die Siemens-Healthineers-Aktie:
Die Siemens-Healthineers-Aktie zeigt sich von dem Deal wenig beeindruckt und notiert am Montagmorgen 0,5 Prozent im Minus (mit Materialvon dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch