Im ersten Halbjahr 2024 verzeichneten die deutschen Autohersteller, darunter Volkswagen AG, BMW und Mercedes-Benz, einen signifikanten Rückgang der operativen Gewinne (EBIT). Zu diesem Schluss kam eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, welche die Finanzkennzahlen der 16 weltweit größten Autohersteller auswertete.
Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY sank das kombinierte EBIT von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benzin den ersten sechs Monaten um 18 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro. Diese Entwicklung steht im Einklang mit der allgemeinen Schwäche der weltweiten Autokonjunktur.
Trotz eines weltweiten Umsatzwachstums von 3,7 Prozent auf über eine Billion Euro im ersten Halbjahr sank das globale EBIT um 7,8 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro. Besonders auffällig ist das Gewinnplus der japanischen Hersteller mit 37,1 Prozent und einem Umsatzwachstum von 14,2 Prozent. Diese positive Entwicklung wurde hauptsächlich durch den Wertverfall des Yen begünstigt.
Die durchschnittliche EBIT-Marge der Branche sank um einen Prozentpunkt auf 8,0 Prozent. Während Kia die höchste Marge mit 13,1 Prozent erzielte, lag Mercedes-Benz bei 10,9 Prozent und BMW bei 10,8 Prozent. Auch die Marge des E-Auto-Herstellers Tesla sank deutlich von 10,5 Prozent auf 5,9 Prozent im Vorjahresvergleich.
Herausforderungen
Die deutschen Autobauer sind von hohen Investitionen in die Elektromobilität, Lieferproblemen bei Komponenten sowie problematischen Modellwechseln und Rabattaktionen betroffen.
Constantin Gall von EY betonte, dass die Währungseffekte das wahre Bild der Gewinne der japanischen Hersteller verzerre. Er plädierte für interne Strukturoptimierungen, Kosteneinsparungen und zielgerichtete Investitionen als Maßnahmen für die deutschen Autohersteller.
Zukunftsaussichten
Laut EY-Analysen sei es unwahrscheinlich, dass sich die Situation in naher Zukunft verbessert. Die schwache Konjunktur und die niedrige Kaufbereitschaft dämpften die Absatztrends weiterhin. Im ersten Quartal ging der Absatz um 0,6 Prozent zurück, im zweiten Quartal sogar um 3,3 Prozent. Zusätzlich sorgen teure Software-Fehlschläge und die unsichere Zukunft des Verbrennungsmotors für weitere Herausforderungen.
Die Entscheidung zwischen Investitionen in Elektrofahrzeuge und Verbrenner-Modellen bleibt eine zentrale Frage für die strategische Ausrichtung der deutschen Autohersteller. „Die Party in der Autoindustrie ist vorüber“, fasste Gall zusammen.
Das machen die Auto-Aktien:
Die VW-Aktie steigt vorbörslich um 0,5 Prozent, die Papiere von BMW klettern um 0,4 Prozent. Die Aktie von Mercedes-Benz gibt dagegen leicht um 0,06 Prozent nach (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz., Mercedes-Benz.