Die Aktie von DocMorris fällt am Dienstag um rund 16 Prozent und markierte damit ein neues Jahrestief. Ursache für den Kursverlust sind enttäuschende Halbjahreszahlen und ein pessimistischer Ausblick. Die Marktauswirkungen sind auch bei konkurrierenden Unternehmen wie Redcare Pharmacy zu spüren.
Die Marketingausgaben stiegen aufgrund der Einführung des E-Rezepts erheblich, was die Gesamtprognosen belastete und die Marktstimmung negativ beeinflusste. Martin Comtesse von Jefferies betonte, dass vor allem die Angaben zur Profitabilität und die gesenkten Prognosen entscheidend seien. Sebastian Vogel von der UBS hob hervor, dass der gesenkte Ausblick zu deutlichen Anpassungen der Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie 2024 führen könnte.
Finanzielle Herausforderungen
DocMorris meldete für das erste Halbjahr einen Reinverlust von 37,9 Millionen Schweizer Franken, was zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 58,2 Millionen Franken darstellt, jedoch die Lage weiterhin angespannt hält. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 530,0 Milionen Franken (in Lokalwährungen: plus 8,4 Prozent). Hohe Marketing-Ausgaben für das E-Rezept und die zunehmende Verbreitung des elektronischen Arztrezepts in Deutschland trugen zu den gestiegenen Kosten bei.
Die Einführung der CardLink-Lösung seit Mitte April vervierfachte zwar die Zahl der Neukunden, erhöhte jedoch auch die Prognoseunsicherheit. Der neue Umsatzwachstumsrahmen liegt nun bei fünf bis zehn statt mindestens zehn Prozent. Ein Verlust beim bereinigten EBITDA von etwa 50 Millonen Franken wird erwartet (vorherige Schätzung: minus 35 Millionen Franken bis schwarze Null).
Das macht die Redcare-Pharmacy-Aktie:
Die Aktie von Redcare Pharmacy verzeichnete einen zeitweisen Verlust im MDAX von bis zu fünf Prozent, zuletzt sank dieser Abschlag auf 3,2 Prozent. Redcare wächst ebenfalls im Bereich E-Rezepte, was kostspieliger als erwartet ist. Während Redcare derzeit besser dasteht und die Kurse fast 40 Prozent über dem Jahrestief aus dem Mai liegen, halbierte sich die DocMorris-Aktie seit dem Höhepunkt im Februar (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch