Mit Talanx hat heute der nächste deutsche Versicherer bärenstarke Zahlen geliefert – und das sowohl in der Rückversicherung als auch in der Erstversicherung. Hinzu kommt ein selbstbewusster Ausblick. Das bisherige Gewinnziel für 2024 könne angesichts der starken ersten Jahreshälfte „deutlich übertroffen“ werden.
Der Versicherungskonzern Talanx hat im ersten Halbjahr dank höherer Prämien und geringerer Großschäden glänzend verdient. Ein starkes Ergebnis der Rückversicherungstochter Hannover Rück und das Wachstum der Erstversicherung (HDI) ließen den Überschuss im ersten Halbjahr um fast als ein Drittel auf 1,09 Milliarden Euro steigen.
Den Versicherungsumsatz einschließlich Hannover Rück steigerte Talanx um 13 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Einnahmen im ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft zu. Dabei profitierte der Konzern insbesondere von einem starken Wachstum in Polen und Brasilien.
Die Leistungen für Großschäden beliefen sich auf 750 Millionen Euro und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um knapp neun Prozent gesunken. Zu den größten Schäden zählten das von Starkregen verursachte Hochwasser in Süddeutschland, die Flut in Brasilien und die Unruhen in Neukaledonien.
Im gesamten Schaden- und Unfallgeschäft des Talanx-Konzerns blieb ein größerer Teil der Einnahmen als versicherungstechnischer Gewinn übrig als vor einem Jahr. Konkret verbesserte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 93,7 auf 91,2 Prozent.
„Trotz höherer Großschäden im zweiten Quartal haben wir Puffer für die Hurrikan-Saison im dritten Quartal“, sagte Vorstandschef Torsten Leue bei der Vorlage des Quartalsberichts am Mittwoch. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Konzern sein Gewinnziel von mehr als 1,7 Milliarden Euro „deutlich“ übertreffen kann. Nach dem dritten Quartal werde der Konzern sein Gewinnziel überprüfen.
Die zu erwartenden Belastungen durch den Brückeneinsturz in Baltimore im ersten Quartal seien komfortabel durch das verbleibende Großschadenbudget abgedeckt, hieß es weiter. Das teilte am Montag auch bereits die Tochter Hannover Rück mit. Die konkrete Schadenshöhe könne bisher aber nicht beziffert werden.