Evotec hat im zweiten Quartal des Jahres einen signifikanten Verlustanstieg verzeichnet, was erhebliche Fragen zur zukünftigen Profitabilität aufwirft. Trotz eines moderaten Umsatzwachstums konnte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen, was sich zur Wochenmitte erneut negativ auf den Aktienkurs ausgewirkt hat.
Die Evotec SE hat heute die Zahlen für das zweite Quartal 2024 veröffentlicht und verzeichnete dabei einen Verlustanstieg auf knapp 95 Millionen Euro. Dies bedeutet, dass sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum versechsfacht hat. Trotz eines Umsatzanstiegs um rund sieben Prozent auf 182,1 Millionen Euro blieb die Performance hinter den Erwartungen der Analysten zurück, was Fragen zur künftigen Profitabilität aufwirft.
Die Veröffentlichung dieser Zahlen folgte kurz nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose nach unten korrigiert hatte. Evotec prognostiziert für 2024 einen Konzernumsatz zwischen 790 und 820 Millionen Euro und ein bereinigtes Konzern-EBITDA zwischen 15 und 35 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr fiel dramatisch auf minus 0,5 Millionen Euro von 33,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, bedingt durch eine hohe Fixkostenbasis im Segment Shared R&D sowie Kosten für den Kapazitätsaufbau in Toulouse.
Marktherausforderungen und Zukunftspläne
Dr. Christian Wojczewski, seit dem 1. Juli Vorstandsvorsitzender, betonte die schwierigen Marktbedingungen und kündigte ein beschleunigtes Transformationsprogramm an. Die F&E-Ausgaben werden auf 50 bis 60 Millionen Euro geschätzt (2023: 64,8 Millionen Euro). Während Just - Evotec Biologics ein Wachstum von 50 Prozent auf 88,5 Millionen Euro verzeichnete, ging der Umsatz der Shared R&D-Dienstleistungen um sieben Prozent auf 302,4 Millionen Euro zurück. Der Konzernumsatz insgesamt stieg leicht um zwei Prozent auf 390,8 Millionen Euro.
Evotec sieht sich vor erheblichen Herausforderungen in Bezug auf Rentabilität und Umsatzwachstum. Die angekündigten Maßnahmen sollen langfristig profitables Wachstum sichern.
Das sagen die Analysten
Die kanadische Bank RBC hat die Evotec-Aktie nach den endgültigen Halbjahreszahlen weiterhin mit „Outperform“ und einem Kursziel von 16 Euro bewertet. Analyst Charles Weston betont, dass die Zahlen den Erwartungen entsprachen. Obwohl Evotec aufgrund hoher Kosten und beschleunigter Investitionen ein belastetes operatives Ergebnis aufweist, hebt Weston positiv hervor, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen zu bedienen.
Das macht die Evotec-Aktie
Für die Evotec-Aktie geht es zur Wochenmitte erneut deutlich abwärts. Am Nachmittag verbucht das Papier des Wirkstoffforschers an der Frankfurter Börse ein Minus von mehr als zweieinhalb Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri