Die Evotec hat den Aktienmarkt am Dienstagmorgen über eine weitere Zahlung aus der strategischen Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb informiert. Konkret erhielt der Wirkstoffforscher einen Betrag in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Für die zuletzt ausgebombte Aktie geht es daher leicht nach oben.
Die Kooperation zwischen Evotec und Bristol Myers Squibb wurde im Jahr 2018 ins Leben gerufen und im Jahr 2022 erweitert. Ihr Ziel ist die Entwicklung von Molecular Glue Degraders, innovativen Wirkstoffen, die zur Behandlung schwerwiegender Krankheiten, insbesondere in der Onkologie, dienen sollen.
Mit dem einzigartigen PanOmics-basierten Ansatz von Evotec, der umfassende Multi-Omics-Screening- und Analysefähigkeiten integriert, sowie der branchenführenden Bibliothek von Cereblon E3 Ligase Modulatoren (CELMoDs™) von Bristol Myers Squibb, bringt die Partnerschaft wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Forschung auf ein neues Niveau.
Das sind die Vorteile von Molecular Glue Degraders
Molecular Glue Degraders bieten einen innovativen Ansatz in der Wirkstoffentwicklung. Im Gegensatz zu konventionellen Small Molecule Therapeutika, die lediglich die Aktivität eines Proteins beeinflussen, ermöglichen Molecular Glue Degraders die Induktion von Wechselwirkungen zwischen einem E3-Ubiquitin-Ligase und einem Zielprotein. Dies führt zur Ubiquitinierung und dem nachfolgenden Abbau des Proteins, was die therapeutische Bandbreite erheblich erweitert. Diese strategische Allianz zielt darauf ab, eine führende Pipeline dieser vielversprechenden Wirkstoffe aufzubauen.
Evotec setzt zudem fortschrittliche Technologien wie Proteomik und Transkriptomik ein, um potenzielle Medikamentenkandidaten im industriellen Maßstab zu profilieren und auszuwählen. Die PanHunter-Datenanalyseplattform von Evotec, die kürzlich als Software-as-a-Service (SAAS) Lösung eingeführt wurde, unterstützt die Integration und die tiefgreifende Analyse dieser Daten. Dies ermöglicht es, die vielversprechendsten Kandidaten für die weitere Entwicklung und Optimierung auszuwählen.
Meilensteinzahlung erhalten
Die erweiterte und nun bis 2030 verlängerte Partnerschaft spiegelt das erhebliche Potenzial der Allianz wider und ermöglicht eine kontinuierliche Pipelineentwicklung. Die Zusammenarbeit hat bereits die Entwicklung mehrerer neuartiger Molecular Glue Degraders ermöglicht, die wichtige Ziele in der Krebsforschung adressieren. Die bedeutenden Fortschritte haben nun zu einer weiteren Meilensteinzahlung in Höhe von 75 Millionen Dollar geführt, wie Evotec mitteilte.
Das macht die Evotec-Aktie
Die Nachricht für die Meilensteinzahlung sorgte am Dienstagmorgen im vorbörslichen Handel für einen Kursanstieg um gut drei Prozent. Allerdings ist die für längerfristige Anleger nur ein schwacher Trost: Seit Jahresbeginn hat der Aktienkurs rund drei viertel eingebüßt (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri