Der Technologiekonzern Jenoptik hat im zweiten Quartal dank gestiegener Nachfrage in Europa starke Ergebnisse erzielt und seine Jahresziele bekräftigt. Mit dem Zahlenwerk übertraf das Unternehmen die Markterwartungen. Der Aktienkurs des Unternehmens erholte sich am Freitag daher deutlich und verzeichnete einen Anstieg von gut sieben Prozent.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 5,1 Prozent auf 284,7 Millionen Euro, hauptsächlich getrieben durch die Halbleiterindustrie und die non-photonischen Portfoliounternehmen. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg derweil um 3,5 Prozent auf 56,9 Millionen Euro im Vergleich zu 54,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn erhöhte sich deutlich und erreichte 24,8 Millionen Euro nach 20,9 Millionen Euro im Vorjahr.
Blitzer bleiben gefragt
Ein Blick auf den Auftragseingang zeigt eine starke Tendenz im Geschäftsfeld Smart Mobility, das Geschwindigkeitsüberwachungssysteme umfasst. Im zweiten Quartal wurden Aufträge in Höhe von rund 282 Millionen Euro verzeichnet, mehr als im Vorjahr. Allerdings gab es eine schwächere Nachfrage in Bereichen wie optische Test- und Messlösungen sowie Life-Sciences- und Medizintechnik-Anwendungen.
Ausblick weiter optimistisch
Für das Jahr 2024 erwartet Jenoptik weiteres Wachstum, insbesondere dank der robusten Halbleiterindustrie. Das Unternehmen plant ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 19,5 bis 20 Prozent zu erzielen. Hierbei wird eine Belastung von etwa 0,5 Prozentpunkten für den Umzug nach Dresden berücksichtigt.
Die langfristigen Aussichten bleiben zuversichtlich. Das erhöhte Margenziel für 2025 sieht eine EBITDA-Marge von 21 bis 22 Prozent vor, das Umsatzziel beträgt etwa 1,2 Milliarden Euro. Im Rahmen des Unternehmensumbaus wurden strategische Anpassungen vorgenommen, darunter der Verkauf der Militärtechniksparte Vincorion und der geplante Verkauf des Automatisierungsspezialisten Prodomax. Gleichzeitig wird in zukunftsträchtige Märkte wie Halbleiter, Elektronik, Medizintechnik und Smart Mobility investiert.
Das macht die Jenoptik-Aktie
Der Aktienmarkt reagierte positiv auf den Quartalsbericht. Die Jenoptik-Aktie verzeichnete am Freitagmittag einen Kursanstieg um gut sieben Prozent. Dies stellt eine deutliche Kurserholung dar, nachdem die Aktie Anfang der Woche ein Mehrmonatstief bei 23,44 Euro erreicht hatte. Im Vergleich zum Jahreswechsel ist der Kurs jedoch um gut vier Prozent gefallen (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri