Die Insolvenz des Reiseunternehmens FTI erschüttert den deutschen Reisemarkt und hat zu einer erhöhten Nachfrage bei anderen Anbietern geführt. Trotzdem hat sich die TUI-Aktie rückläufig entwickelt. Aktuell notiert die Aktie unter bedeutenden Durchschnittswerten, was Fragen zur langfristigen Performance trotz einer starken Buchungslage aufwirft.
Insolvenz von FTI und ihre Auswirkungen
Die Insolvenz der FTI hat den deutschen Reisemarkt stark beeinflusst. Anfang Juni erklärte das Reiseunternehmen seine Zahlungsunfähigkeit, was zur Stornierung von etwa 175.000 Pauschalreisen und Einzelleistungen führte. Betroffene Kunden mussten ihre Reisepläne neu organisieren, insbesondere für Reisen ab dem 6. Juli. Dank des Deutschen Reisesicherungsfonds konnten finanzielle Verluste weitgehend vermieden werden.
Reaktionen großer Reiseanbieter
FTI-Reisebüros reagierten prompt und boten Alternativen an, was zu einem erheblichen Anstieg der Neubuchungsumsätze in der ersten Juni-Woche führte. Besonders gefragt waren kurzfristige Buchungen für die Sommerferien im östlichen Mittelmeer, einschließlich der Türkei. TUI, ein führender Akteur im Reisesektor, hält einen Marktanteil von circa 30 Prozent in wichtigen Quellmärkten und rechnet mit rund 450.000 zusätzlichen Plätzen – 300.000 im Sommer und 150.000 im Winter. Auch DER Touristik und Alltours profitieren; DER Touristik erwartet rund 400.000 zusätzliche Gäste und Alltours verzeichnet ein Wachstum von über 20 %, nachdem sie die FTI-Kontingente übernommen haben.
TUI-Aktie unter Druck
Trotz der positiven Entwicklungen spiegelt sich die erhöhte Nachfrage nicht im Aktienkurs der TUI AG wider. Am Mittwoch notiert die TUI-Aktie im Xetra-Handel zwar etwas fester bei 6,63 Euro, auf Jahressicht haben die Papiere jedoch rund acht Prozent an Wert eingebüßt. Der Kurs liegt aktuell unter der 50-Tage-Linie bei 6,72 Euro. Langfristig wird jedoch erwartet, dass die gute Buchungslage und der erfolgreiche Sommersaison die Performance der TUI-Aktie verbessern werden.