Die Aktie von Delivery Hero zeigt sich am Dienstag von mehreren Analystenstimmen belastet. JPMorgan, Hauck Aufhäuser und Bernstein blieben zwar bei ihren bullishen Einschätzungen, kappten vor dem Hintergrund der erwarteten Kartellstafe aber die Kursziele.
JPMorgan hat das Kursziel für Delivery Hero von 39 auf 38 Euro gesenkt. Trotz dieser Anpassung behält die Bank die Einstufung „Overweight“ bei. Analyst Marcus Diebel erläuterte in seiner Analyse, dass die überraschende EU-Kartellstrafe in Höhe von 400 Millionen Euro ein kurzfristiges und für die Bilanz beherrschbares Problem darstelle.
Der Markt fokussiere sich bereits auf den erwarteten Barmittelzufluss ab dem zweiten Halbjahr, betonte Diebel. Dieses finanzielle Polster könnte Delivery Hero in die Lage versetzen, geplante Expansionsschritte weiter voranzutreiben und möglicherweise weitere strategische Akquisitionen ins Auge zu fassen. Diebel erwartet weitere Zukäufe von Delivery Hero, besonders in Südamerika.
Hauck Aufhäuser hat das Kursziel für Delivery Hero angesichts einer höher als erwarteten Kartellstrafe von 62 auf 61 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Der höhere Mittelabfluss sei angesichts der derzeit nur mangelhaften Cashflow-Entwicklung eine negative Nachricht, schrieb Analyst Christian Salis. Die kürzlich angekündigte Veräußerung des Foodpanda-Geschäfts in Taiwan dürfte die Liquidität aber weiter stärken. Salis bleibt optimistisch gestimmt für die Wachstums- und Margensteigerungspläne von Delivery Hero.
Bernstein hat das Kursziel für Delivery Hero von 61 auf 59 Euro gesenkt, beließ die Einstufung aber auf „Outperform“. Die Marktreaktion auf erhöhte Rückstellungen für EU-Kartellbußen sei übertrieben heftig ausgefallen, schrieb Analystin Annick Maas.
Das Geschäft des Essenslieferanten laufe rund, die Unsicherheit in Südkorea nehme ab und die Mena-Region liefere weiter gute Resultate. Maas passte ihre Schätzungen bereits mit Blick auf den Quartalsbericht Ende August an.
Das macht die Delivery-Hero-Aktie:
Die Delivery-Hero-Aktie fällt um 1,3 Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch