Die Aktien des französischen Reifenherstellers Michelin mussten am Dienstag im frühen Handel deutliche Verluste hinnehmen. Auch die Aktien des deutschen Wettbewerbers Continental gerieten unter Druck. Laut einer skeptischen Studie der UBS zum europäischen Autosektor drohen einigen Autozulieferern wie Continental und Valeo Gewinnwarnungen.
Analysten von Bernstein berichteten über gemischte Aussagen von Michelin vor der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal Ende des Monats. Trotz eines im zweiten Quartal unter den Markterwartungen liegenden Absatzes, konnte Michelin dies offenbar durch einen besseren Verkaufsmix – also höhere Durchschnittspreise – teilweise kompensieren. Dennoch könnte dies dazu führen, dass die Konsensschätzungen für das laufende Geschäftsjahr sinken, so die Analysten.
In Bezug auf Continental äußerten sich die Analysten der Citigroup kurzfristig ebenfalls vorsichtig. Vor der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen senkten sie ihre Erwartungen. Eine mögliche Anpassung des Unternehmensausblicks für das Autogeschäft könnte jedoch eine Kaufgelegenheit darstellen. Anzeichen für überdurchschnittliches organisches Wachstum und Zuversicht für die Margen im Automobilsektor trotz stagnierender Produktion könnten die Aktie positiv beeinflussen. Daher senkten die Experten zwar das Kursziel von 85 auf 73 Euro, behielten aber ihre „Buy“-Bewertung bei.
Die UBS sieht Continental hingegen weiterhin mit „Neutral“ und einem Kursziel von 67 Euro fair bewertet.
Das machen die Aktien:
Die Michelin-Aktie setzt ihr Korrektur nach einem vorherigen starken Anstieg in den letzten Wochen fort. Die Aktie hatte in der ersten Jahreshälfte von rund 32 auf über 38 Euro zugelegt, bevor sie im Einklang mit der schwachen Performance des französischen Marktes wieder nachgab. Heute fällt sie um 4,2 Prozent.
Die Continental-Aktie gibt um 1,5 Prozent nach (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch