Seit der Vorlage positiver Phase-3-Studiendaten ist die Aktie des amerikanischen Biotech-Unternehmens Alnylam nicht zu bremsen (DER AKTIONÄR berichtete). Am Dienstag stieg die Marktkapitalisierung des RNAi-Spezialisten sogar über satte 30 Milliarden Dollar, womit die defizitär wirtschaftende Biotech-Schmiede mit Wurzeln in Oberfranken sogar den Börsenwert des gesamten Bayer-Konzerns übersteigt.
Zugegeben: Der Vergleich zwischen Bayer und Alnylam hinkt. Bayer hat neben der Pharma-Division auch die Crop-Science- und Consumer-Health-Sparte zu bieten, arbeitet nachhaltig profitabel und ist kein klassisches Biotech-Unternehmen wie Alnylam. Die Leverkusener sehen sich allerdings mit zahlreichen Problemen konfrontiert (hohe Nettofinanzverschuldung, drohende Patentklippe und anhaltende Rechtsstreitigkeiten), die den Börsenwert auf lediglich gut 26 Milliarden Euro gedrückt haben.
Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel Alnylam, welchen Wert die Börse disruptiven Technologien in der Biotech-Branche beimisst. Das Unternehmen ist der führende RNAi-Spezialist und hat bereits mehrere Zulassungen feiern können.
Was nur Kenner der Biotech-Szene wissen: Alnylam, mittlerweile umgerechnet rund 28,4 Milliarden Euro wert, hat seinen Ursprung in Bayreuth respektive Kulmbach. Denn die damals aus der Universität Bayreuth ausgegründete RNA-Firma Ribopharma habe bei der US-Firma Alnylam so viel Aufmerksamkeit erregt (und ein so interessantes Patentportfolio besessen), dass die Amerikaner alles aufkauften und im oberfränkischen Kulmbach eine "europäische Alnylam" etablierten, berichtete transkript Ende Juli 2023. Aufhänger: Vor knapp einem Jahr hat Alnylam einen weiteren Deal mit dem Schweizer Pharma-Riesen Roche eingefädelt.