Zwei gescheiterte Studien drücken am Dienstag auf den Kurs der Merck-Aktie. Die beiden fortgeschrittenen Studien zum Hoffnungsträger Xevinapant wurden eingestellt, teilte das Unternehmen am Vorabend mit. Die Aktie bricht um rund zehn Prozent ein.
Die Studie, bekannt als TrilynX, untersuchte die Kombination von Xevinapant mit platinbasierter Chemotherapie bei Patienten mit nicht resezierten lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren. Sie wurde beendet, da das primäre Ziel der Verlängerung des ereignisfreien Überlebens voraussichtlich nicht erreicht wird. Die zweite Studie, genannt X-Ray Vision, bewertete Xevinapant in Kombination mit Strahlentherapie bei Patienten mit resezierten lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren.
Analyst Brian Balchin von Jefferies hatte lediglich eine fünfprozentige Wahrscheinlichkeit für die Einstellung der Studien geschätzt und erwartet daher eine deutliche Kursreaktion mit einem mittleren bis hohen einstelligen prozentualen Abschlag. Er betonte, dass Xevinapant als ein Produkt mit Milliardenerlöse-Potenzial angesehen wurde.
Kursziele fallen
Sowohl die Schweizer UBS als auch die britische Barclays haben ihre Kursziele für den Pharma- und Chemiekonzern aktualisiert. Die UBS bestätigte ihre „Buy“-Einstufung mit einem Kursziel von 186 Euro. Analyst Matthew Weston betonte, dass der Abbruch der Phase-III-Studie des Krebsmittels Xevinapent trotz vielversprechender Phase-II-Daten eine Enttäuschung darstelle. Das Auslaufen des Patents für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad im Oktober 2026 stelle ebenfalls eine Herausforderung dar. Dennoch könnte der Abbruch der Xevinapant-Forschung kurzfristig positive Auswirkungen auf die Margen im Jahr 2025 haben.
Parallel dazu hat Barclays das Kursziel von 205 auf 195 Euro gesenkt und blieb bei ihrer Einstufung „Overweight“. Analystin Emily Field merkte an, dass die Rückschläge bei Xevinapant erheblichen Druck auf die Aktie ausüben könnten. Sie schätzt den Kapitalwert des Medikaments auf lediglich zwei Prozent, erwartet jedoch höhere Kursabschläge als direkte Folge des Forschungsabbruchs.
Das macht die Merck-Aktie:
Die Merck-Aktie fällt um 9,6 Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch