Für die Aktie von United Internet ging es im nachbörslichen Handel am Freitag spürbar abwärts. Der Internet- und Telekommunikationsanbieter gab eine nicht cashwirksame Wertberichtigung von rund 185 Millionen Euro bekannt. Vorbörslich konnten die Verluste am Montag aber wieder deutlich eingegrenzt werden.
Die Anpassung betrifft die Anteile an der Beteiligungsholding Kublai, die mehrheitlich Eigentümer des Kabelkonzerns Tele Columbus ist. Grund für diese Wertberichtigung ist ein Streit um die Bewertung von Tele Columbus im Zuge einer Kapitalerhöhung. United Internet ist der Ansicht, dass die Bewertung zu niedrig angesetzt wurde und die darauf folgende Kapitalerhöhung zu einer übermäßigen Verwässerung der eigenen Anteile führen würde. Daher verzichtete das Unternehmen auf das Recht, die Verwässerung von rund fünf Prozent auf vierzig Prozent durch eine Aufstockung der Anteile zu kompensieren.
Als Reaktion auf diese Entwicklungen plant CEO Ralph Dommermuth ein vertraglich vereinbartes Verwässerungsschutzverfahren einzuleiten. Die Bewertung von Tele Columbus soll durch ein Schiedsgericht überprüft werden. Sollte das Verfahren im Sinne von United Internet ausgehen, rechnet das Unternehmen mit einem Ausgleichsbetrag von rund 300 Millionen Euro. Zusätzlich zu den finanziellen Belastungen kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Hauptbeteiligten. Morgan Stanley Infrastructure, Mehrheitseigentümer von Kublai, hat eine grundlegend andere Auffassung über die zukünftige Finanzierung von Kublai als United Internet.
Das macht die United-Internet-Aktie:
Vor Handelsbeginn wird die Aktie auf der Plattform Tradegate bei 19,97 Euro gehandelt, was einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs am Freitag entspricht. Damit hat die Aktie ihre nachbörslichen Verluste vom Freitag spürbar eingegrenzt (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch