Die Adidas-Aktie steht am Montag unter Druck. Ein anonymer Whistleblower hat auf der chinesischen Plattform Xiaohongshu Vorwürfe gegen Adidas erhoben. Es wird behauptet, Spitzenmanager des Unternehmens hätten Millionen veruntreut und Schmiergelder von externen Dienstleistern angenommen.
Genannt wurden in einem Bericht der Financial Times ein Marketing-Leiter mit einem Jahresbudget von 250 Millionen Euro sowie ein hochrangiger Manager, der Millionen in bar von Lieferanten und Sachwerte wie Immobilien erhalten haben soll. Adidas bestätigte am Freitag, eine Untersuchung eingeleitet zu haben, die zusammen mit externen Rechtsberatern durchgeführt wird. Trotz der Vorwürfe sind die beschuldigten Personen bisher weder beurlaubt noch entlassen worden.
Die Anschuldigungen kommen inmitten einer Umbauphase der Adidas-Führungsebene in China, die im Vorjahr startete, nachdem das Unternehmen massive Umsatzrückgänge verzeichnet hatte. Zwischen 2019 und 2022 verlor Adidas etwa ein Drittel seines Volumens in China. Ein Käuferboykott chinesischer Verbraucher verstärkte die Krise, was zur Ablösung des damaligen CEO Kasper Rørsted führte, der durch Bjørn Gulden ersetzt wurde. Adrian Siu, ehemals bei Cosmo Lady tätig, übernahm 2022 die Führung und setzt auf patriotische Bekleidungslinien, um das Vertrauen der chinesischen Verbraucher zurückzugewinnen.
Positive Signale
Dennoch zeigt Adidas eine positive Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen erwartet für 2024 ein zweistelliges Umsatzwachstum in China. Bereits im vierten Quartal 2023 stiegen die Erlöse um 37 Prozent.
JPMorgan hat das Kursziel für die Adidas-Aktie am Montag von 240 auf 250 Euro erhöht und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Analystin Olivia Townsend erklärte, dass aktuelle Daten auf eine positive Umsatzentwicklung der europäischen Sportartikelhersteller im laufenden Quartal hinweisen würden. Dies stärke das Vertrauen der Anleger in die Erreichung der Jahresziele durch beschleunigtes Wachstum im zweiten Halbjahr. Townsend erwartet zudem eine Verbesserung der operativen Ergebnismargen. Sie bevorzuge weiterhin Sportartikel- vor Luxusgüterherstellern und nennt Adidas ihren Favoriten. Puma sehe sie aufgrund besserer Werbetrends positiver, weist jedoch auf Fragen zur Qualität des Wachstums hin. Das Unternehmen erwartet für 2024 ein zweistelliges Umsatzwachstum in China. Bereits im vierten Quartal 2023 stiegen die Erlöse um 37 Prozent.
Das macht die Adidas-Aktie:
Die Adidas-Aktie fällt um 1,4 Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch