Am Dienstag wurde bekannt, dass der Bau einer Batteriefabrik von Mercedes-Benz und Stellantis in Kaiserslautern gestoppt wird. Das Projekt wurde von der Automotive Cells Company (ACC), einem Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes, Stellantis und TotalEnergies, initiiert.
Der Baustopp ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos. Die langsamer als erwartet verlaufende Entwicklung des europäischen E-Automarktes und Hindernisse bei der Ladeinfrastruktur sowie hohe Materialpreise spielen eine Rolle.
ACC plant daher eine Pause bei der Realisierung der Fabrik. Generalsekretär Matthieu Hubert sprach gegenüber der Zeitung Rheinpfalz von einer vorübergehenden Unterbrechung. Stellantis-CEO Carlos Tavares betonte, dass Investitionen in Batteriefabriken stark von der Marktnachfrage getrieben seien. Die Landesregierung zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass das Projekt in Kaiserslautern letztlich realisiert wird. Der Standort hat sich in der Vergangenheit bewährt und soll weiterhin rund 2.000 Arbeitsplätze schaffen. Eine Entscheidung über den Fortgang des Projekts wird frühestens Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erwartet. Finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 437 Millionen Euro aus Steuergeldern war bereits zugesagt worden.
Kritische Stimme
Branchenexperten wie Ferdinand Dudenhöffer sehen die Entscheidung als ernstes Warnsignal. Dudenhöffer kritisierte politisch bedingte Unsicherheiten wie die Diskussion um Strafzölle und den Förderstopp für E-Fahrzeuge. Es bestehe nun das Risiko, dass China in der Produktion weiter voranschreitet und Arbeitsplätze möglicherweise dorthin verlagert werden.
Das machen die Aktien der Autowerte:
Die Mercedes-Benz-Aktie steigt am Mittwoch leicht um 0,2 Prozent, während die Stellantis-Papiere um 1,7 Prozent zulegen (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch
Hinweis auf Interessenskonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der alleinigen Gesellschafterin der finanztreff GmbH, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.