Beim DAX-Konzern Bayer sind die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten immer noch nicht vom Tisch. Zumindest müssen die Leverkusener nun in einem Fall deutlich weniger zahlen als zuvor an Schadenersatz den Kläger zugesprochen wurde. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Plus von drei Prozent. Doch die Kuh ist keineswegs vom Eis.
Ein Gericht in Philadelphia reduzierte den von Geschworenen dem Kläger zugesprochenen Schadenersatz von 2,25 Milliarden Dollar auf 400 Millionen Dollar, wie aus Gerichtsunterlagen am späten Dienstag hervorging. Dies war bislang die höchste Schadenersatzsumme seit Beginn der Prozesse um den Unkrautvernichter Roundup im Jahr 2018. Bayer kündigte dennoch an, Berufung einzulegen.
"Obwohl das Gericht die verfassungswidrig hohe Schadensersatzsumme reduziert hat, sind wir mit der Entscheidung des Gerichts in der Sache nicht einverstanden", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Verfahren sei von gravierenden Fehlern geprägt gewesen. Diese könnten und müssten korrigiert werden. Des Weiteren verweist Bayer darauf, dass der Konzern sich in 14 der jüngsten 20 Fälle vor Gericht durchgesetzt habe. Zudem seien die meisten Klagen beigelegt worden, hieß es weiter.
Zwar wurde die Strafe drastisch um knapp 1,9 Milliarden Dollar reduziert. Doch Bayer sieht sich immer noch mit Tausenden Glyphosat-Klagen konfrontiert. Mit den Zahlen zum ersten Quartal haben die Leverkusener sogar 3.000 offene Glyphosat-Klagen mehr ausgewiesen als noch Ende Januar.
(Mit Material von dpa-AFX)