Ungewohntes Bild heute bei Bayer. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie schließlich über 18 Prozent im Minus und zählte damit regelmäßig zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Heute thronte der Pharma- und Chemieriese dagegen mit einem Plus von 4,2 Prozent an der DAX-Spitze. Das hat vor allem zwei Gründe.
Goldman Sachs hat die Coverage von Bayer aufgenommen. Der neu zuständige Analyst James Quigley startete Aktie mit einem Kursziel von 31 Euro und einer Einstufung auf „Neutral“. Goldman Sachs verweist insbesondere auf die Pharma-Pipeline des Konzerns. Diese stimme die Experten weder positiv noch negativ. Angesichts der extrem negativen Stimmung rund um den Leverkusener Konzern reicht das offenbar schon aus, um der Aktie positive Impulse zu versetzen.
Zusätzlicher Rückenwind kam aus den USA. Die Bayer-Tochter Bluerock bekommt in den USA staatliche Unterstützung für ihre Zelltherapie zur Behandlung von Parkinson. Bayer und Bluerock teilten mit, dass die Gesundheitsbehörde FDA dem Programm Bemdaneprocel den Status Regenerative Medicine Advanced Therapy (RMAT) gab. Damit hat es Anspruch auf beschleunigte Entwicklungsprüfung sowie auf Beratung bei der Entwicklungsplanung durch leitende Manager einer FDA-Abteilung, die sich mit der Erforschung regenerativer Arzneimittel beschäftigt.
Mit dem RMAT-Status seien zusätzliche Möglichkeiten zur Unterstützung einer beschleunigten Zulassung sowie zur Erfüllung der Anforderungen nach der Zulassung verbunden. Bemdaneprocel war in der klinischen Phase-I-Studie erfolgreich. Damit ist es die am weitesten fortgeschrittene Zelltherapie zur Behandlung von Parkinson-Patienten in der Testphase in den USA.