Der deutsche Versicherungsmarkt steht vor einer historischen Wende. Erstmals seit 1997 dürfte die Sachversicherung die Lebensversicherung bei den Prämieneinnahmen überholen. Das geht aus dem neuesten Versicherungsreport der Allianz hervor. Was heißt das für die Anleger der Versicherungskonzerne?
Im Jahr 2023 ist die globale Versicherungsbranche um 7,5 Prozent gewachsen. Das ist die schnellste Rate seit der Zeit vor der globalen Finanzkrise. Weltweit erzielten Versicherer ein Prämienvolumen von 6,2 Billionen Euro. Größter Bereich ist die Lebensversicherung mit 2,62 Billionen Euro, gefolgt von der Schaden- und Unfallversicherung mit 2,15 Billionen Euro. Auf Krankenversicherungen entfielen 1,43 Milliarden Euro.
Zu dem starken Wachstum trug insbesondere die hohe Inflation bei. Real lag die Wachstumsrate seit 2020 bei 0,7 Prozent. Asien spielte eine Schlüsselrolle bei der Erholung des Lebensversicherungsmarktes. Die Region hält einen weltweiten Anteil von 39,0 Prozent und die Prämien stiegen um 14,9 Prozent.
Auch der deutsche Versicherungsmarkt ist 2023 aber auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Im Heimatmarkt der Allianz stiegen die gesamten Beitragseinnahmen um 1,4 Prozent auf 223 Milliarden Euro. Die Sachversicherung legte dabei um 5,6 Prozent zu, die Krankenversicherung um 2,3 Prozent.
Die Lebensversicherung musste hingegen ein Minus von 3,9 Prozent hinnehmen, insbesondere aufgrund des Einbruchs des Einmalbeitragsgeschäfts. Durch die gegenläufige Entwicklung könnte die Sachversicherung die Lebensversicherung damit erstmals seit 1997 bei den Prämieneinnahmen überholen. Hauptgrund hierfür ist die Zinswende sein, die andere Anlageprodukte für private Anleger wieder attraktiver macht.