Was die Veröffentlichung der Quartalszahlen angeht, ist die Commerzbank ein Nachzügler. Morgen ist es aber endlich soweit, denn das Finanzinstitut öffnet seine Bücher. Neben News zur Ausschüttungspolitik dürfte vor allem der Ausblick für das laufende Jahr in den Mittelpunkt rücken.Analysten erwarten, dass die Commerzbank im ersten Quartal besser abgeschnitten hat als im bereits sehr guten Vorjahreszeitraum. Nach einer vom Konzern veröffentlichten Erhebung rechnen sie im Schnitt mit einem operativen Gewinn von gut einer Milliarde Euro, ein Anstieg um 15 Prozent. Unter dem Strich erwarten sie einen Überschuss von 652 Millionen Euro – das wären rund zwölf Prozent mehr als vor Jahresfrist.Für das Gesamtjahr sehen die Analysten die Bank auf Kurs zu mehr Gewinn – allerdings unter etwas anderen Voraussetzungen als vom Vorstand genannt. Zwar folgen sie beim angekündigten Anstieg des Provisionsüberschusses den Plänen des Managements. Allerdings erwarten sie beim Zinsüberschuss mit 8,05 Milliarden Euro mehr als der Vorstand.Für den operativen Gewinn haben sie für 2024 im Schnitt rund 3,7 Milliarden Euro auf dem Zettel. Unter dem Strich erwarten die Analysten einen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro.
Die Prognose wird für Anleger vor allem deshalb spannend, da im Sommer eine Zinswende der EZB erwartet wird. Das würde gerade die Commerzbank, die den Großteil ihrer Erträge im reinen Kreditgeschäft erzielt, unter Druck setzen. Möglicherweise gibt es auch Neuigkeiten zum Segment Vermögensverwaltung. Dort will die Bank übermäßig wachsen und tätigte zuletzt mehrere Zukäufe. Das könnte aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Zudem sind Anleger natürlich an den Ausschüttungszielen für das laufende Jahr interessiert. Zum Jahresbeginn wurden bereits im Umfang von rund 600 Millionen Euro eigene Aktien zurückgekauft. Ein weiteres Programm dürfte mit den Zahlen zum zweiten Quartal bekannt gegeben werden. In diesem Jahr will der Vorstand mindestens 70 Prozent des Gewinns ausschütten.Mit Material von dpa-AFX.