Der Chemikalienhändler Brenntag hat im ersten Quartal des Jahres 2024 mit erheblichen finanziellen Rückgängen zu kämpfen. Als Reaktion korrigierte das Unternehmen seine Gewinnprognose für 2024 nach unten. Die Aktie lässt im frühen Handel deutlich Federn und fällt ans DAX-Ende.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) fiel um nahezu ein Viertel auf 259,7 Millionen Euro, verglichen mit 345 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank um 34,5 Prozent auf 141,4 Millionen Euro. Auch der Umsatz gab um rund zwölf Prozent nach und erreichte vier Milliarden Euro.
CEO Christian Kohlpaintner führte die enttäuschenden Zahlen auf schwierige Marktbedingungen zurück, die von geopolitischen Spannungen und anhaltender Inflation geprägt sind. Diese Faktoren führten zu einem spürbaren Preisdruck und einer geschwächten Nachfrage in der Chemiebranche, was sich negativ auf Brenntags Bilanzen auswirkte.
Angesichts dieser Herausforderungen hat das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2024 nach unten korrigiert und erwartet nun, das untere Ende der zuvor veranschlagten Spanne von 1,23 Milliarden bis 1,43 Milliarden Euro beim operativen EBITA zu erreichen.
Analystenstimmen
Die Baader Bank hat ihre Einstufung mit „Add“ und einem Kursziel von 85 Euro bestätigt. Analyst Christian Obst beobachtete einen verhaltenen Jahresstart für Brenntag, mit einem signifikanten Rückgang des operativen Ergebnisses und einem zunehmend geringeren Barmittelzufluss. Er erwähnte ebenfalls, dass das EBITA-Jahresziel nun am unteren Ende der prognostizierten Spanne liegt, sieht jedoch nur marginale Änderungen in den Markterwartungen voraus.
Jefferies stufte die Aktie hingegen mit „Hold“ ein und setzte das Kursziel auf 72 Euro. Nach den neuesten Quartalszahlen, die hinter den Marktprognosen zurückblieben, wies Analyst Chris Counihan darauf hin, dass vor allem das bereinigte EBITA nicht den Erwartungen entsprach und das Zielfenster für diese Kennzahl auf das untere Ende der Vorhersagen justiert wurde.
Analystin Suhasini Varanasi von Goldman Sachs stellte fest, dass Brenntag ähnlich schwache Anfangstrends wie die Branchenkollegen IMCD und Azelis zeige. Der Ausblick für das Unternehmen wird nun am unteren Ende der Zielspanne angesiedelt, was eine notwendige Korrektur der Markterwartungen um vier Prozent nach sich ziehe. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi äußerte sich zu den revidierten Zielen von Brenntag, indem er sie trotz Anpassung noch als zu optimistisch bewertete.
Das macht die Brenntag-Aktie
Die Brenntag-Aktie fällt um 6,1 Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch