Die Aktien von Gerresheimer und Schott Pharma leiden am Freitag unter Kursverlusten. Diese Entwicklung spiegelt die aktuellen Schwierigkeiten in der Branche wider, die insbesondere durch die tags zuvor erfolgte Prognosesenkung des italienischen Konkurrenten Stevanato beeinflusst wurden.
Die Korrektur der Jahresausblicke lässt auf einen Branchentrend schließen: Nach einem Anstieg während der Corona-Krise reduzieren Pharmaunternehmen nun ihre Bestände an Verpackungsmaterialien wie Glasfläschchen und Spritzen.
Analyst Gaurav Jain von Barclays weist auf unterschiedliche Marktprognosen hin. Während die Stevanato Group eine Auftragsbelebung erst gegen Jahresende erwartet, ging Gerresheimer von einer früheren Erholung der Nachfrage ab dem zweiten Halbjahr aus. Diese Divergenz in den Erwartungen verdeutlicht die Marktunsicherheit und deutet darauf hin, dass Unternehmen wie Gerresheimer aufgrund ihrer unterschiedlichen Kundenstrukturen variierende Bestellmuster erfahren könnten.
Kursziele bekräftigt
Jain hat seine Bewertung für die Gerresheimer-Aktie bekräftigt und hält an einem Kursziel von 125 Euro fest, wobei die Einstufung "Overweight" unverändert bleibt. Er merkte an, dass die Branche aktuell Herausforderungen durch den Abbau von Lagerbeständen seitens der Kunden erfahre. Dieses Phänomen beeinflusse auch das Marktumfeld, wie die kürzliche Prognosekorrektur von Stevanato unterstreicht.
Parallel dazu bleibt die Bewertung für Schott Pharma mit einem Zielkurs von 30 Euro auf "Equal weight" stabil. Jain hob hervor, dass beide Unternehmen durch ähnliche branchenspezifische Belastungen, insbesondere den Lagerbestandsabbau bei Kunden, gekennzeichnet sind.
Das machen die Aktien
Die Gerresheimer-Aktie fällt um 1,4 Prozent, während die Papiere von Schott Pharma um 1,9 Prozent nachgeben (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch