Siemens Energy hat ein starkes zweites Quartal hinter sich und schrieb erneut schwarze Zahlen. Am Montag erhöhte der Konzern deshalb seine Prognose für das laufende Jahr. Die Aktie schießt im frühen Handel auf Tradegate deutlich hoch.
Im zweiten Geschäftsquartal (Januar bis März) wandelte Siemens Energy einen Verlust von 189 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum in einen Gewinn von 108 Millionen Euro um, bei einem Umsatzanstieg auf 8,3 Milliarden Euro. Angeführt wird diese positive Entwicklung durch signifikante Erfolge im Netzgeschäft und trotz operativer Herausforderungen bei der Tochtergesellschaft Siemens Gamesa. Die Auftragseingänge brachen allerdings um 22 Prozent ein, primär bedingt durch fehlende Bestellungen bei Siemens Gamesa.
Angesichts der Halbjahresbilanz wurden die Jahresziele nach oben korrigiert: Statt eines Umsatzwachstums von drei bis sieben Prozent wird nun ein Anstieg um zehn bis zwölf Prozent angestrebt. Trotz laufender Probleme bei Siemens Gamesa, hervorgerufen durch Qualitätsprobleme im Windkraftgeschäft, konnte der Konzern durch starke Leistungen in anderen Bereichen wie Grid Technologies das Blatt wenden.
Pläne für die Profitabilität
Um Siemens Gamesa bis zum Jahr 2026 wieder profitabel zu machen und zukünftig sogar zweistellige Margen zu erreichen, hat bereits ein Sanierungsprogramm begonnen. Dies umfasst eine Fokussierung auf die besonders herausfordernden Onshore-Windkraftgeschäfte in Europa und den USA, eine Anpassung der Produktionskapazitäten, sowie eine Straffung der Unternehmensstruktur durch Bündelung von Hierarchieebenen und die Zusammenführung der Neugeschäfte in den Bereichen Onshore und Offshore mit dem Servicegeschäft. Diese Restrukturierung wird trotz des Wachstums im Offshore-Sektor in den nächsten Jahren zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen.
Die Implementierung des Sanierungsplans wird jedoch nicht mehr von Jochen Eickholt, dem Architekten des Plans, vorangetrieben, der vor etwa zwei Jahren zu Gamesa wechselte, um das strauchelnde Windkraftgeschäft zu revitalisieren. Eickholt wird seine Rolle am 31. Juli niederlegen und Vinod Philip als Nachfolger begrüßen, der zwölf Jahre jünger ist.
Das macht die Siemens-Energy-Aktie
Die Siemens-Energy-Aktie steigt im frühen Handel auf Tradegate um rund acht Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch