Die hohen Schulden und die schwachen operativen Aussichten bei Varta sprechen eine eindeutige Sprache. Nachdem der Restrukturierungsplan aus dem vergangenen Jahr offiziell für gescheitert erklärt worden ist, soll nun ein neues Sanierungsgutachten erstellt werden. Die Aktie kann sich zwar weiter von ihren Tiefstständen lösen. Angesichts der negativen Gemengelage bleiben die Aussichten aber schlecht.
Finanzielle und operative Herausforderungen bei Varta
Varta steckt in einer tiefgreifenden Krise. Ein markantes Zeichen dieser Probleme ist der jüngste Ausstieg aus dem SDAX am 9. Mai, bedingt durch die verspätete Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das Jahr 2023. Diese Verzögerung deutet auf ernsthafte interne Schwierigkeiten hin. Um die Führungsriege zu stärken, ernannte Varta Michael Ostermann zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Ostermanns Erfahrungen im Automotivebereich und der Batterieindustrie könnten in dieser Krisenzeit eine entscheidende Rolle spielen.
Mehrere Faktoren verschärfen die Situation
Das Unternehmen sieht sich mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert: eine unbeständige Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, signifikanter Nachfrageeinbruch bei Energiespeichern für Solaranlagen, intensiver Wettbewerb durch Billigpreise und anhaltende Lieferkettenprobleme. Besonders schwerwiegend war ein Produktionsausfall aufgrund eines Hackerangriffs im Februar, der zu einem mehrwöchigen Stillstand führte. Diese Faktoren haben zu hohen Schulden und pessimistischen operativen Aussichten geführt. Trotz eines fehlgeschlagenen Restrukturierungsplans im Vorjahr und der Planung eines neuen Sanierungsgutachtens bleibt die Zukunft des Unternehmens ungewiss.
Anleger bleiben vorsichtig
Die Aktienentwicklung von Varta zeigt zwar leichte Erholungstendenzen von den jüngsten Tiefstständen, die Investorenstimmung bleibt jedoch gedämpft. Ein weiteres Zeichen der angespannten Lage ist die Verzögerung der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2023, die nun für den 28. Juni geplant ist. Angesichts dieser komplexen Probleme ist die Skepsis unter den Anlegern hoch, wodurch die Fähigkeit des Managements, das Unternehmen aus der Krise zu führen, stärker denn je gefragt ist.
Das macht die Varta-Aktie
Zuletzt ging es bei dem SDAX-Papier um zwölf Prozent nach oben auf 11,86 Euro. Die Performance seit Jahresbeginn beträgt minus 41 Prozent.