Nach der kurzen Feiertagspause hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstagmorgen einen freundlichen Handelsstart verzeichnet. Der DAX legte zum Auftakt rund 0,1 Prozent auf 17.950 Zähler zu und setzt damit seine jüngste Erholung fort. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am heutigen Handelstag zudem maßgeblich beeinflussen.
1. Strohfeuer an der Wall Street nach Fed-Entscheid
Nach den jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs erlebten die US-Börsen am Mittwoch eine bemerkenswerte Entwicklung. Der Aufwind, der zunächst für spürbare Gewinne sorgte – mit einem Anstieg des Dow Jones um fast 1,5 Prozent – mündete letztlich in einen teilweisen Rückzug. Zum Handelsschluss verzeichnete der Dow Jones ein leichtes Plus von 0,23 Prozent bei 37.903 Punkten. Der S&P 500 hingegen gab um 0,34 Prozent nach, um bei 5.018 Punkten zu landen, und der Nasdaq 100 verlor 0,70 Prozent, was einen Schlussstand von 17.318 Punkten bedeutete. Diese Kursentwicklungen fanden vor einem Hintergrund statt, der durch dünnere Handelsumsätze charakterisiert war, teils bedingt durch den Mai-Feiertag in weiten Teilen Asiens und Europas.
2. Durchwachsene Vorgaben aus Asien
Die Reaktionen der asiatischen Aktienmärkte auf die neueste Entscheidung der US-Notenbank fielen am Donnerstag gemischt aus. Während der Nikkei 225 in Japan einen leichten Rückgang verzeichnete und somit den Trend der Verluste vom Mittwoch fortsetzte, konnte der Hang Seng in Hongkong mit einem Plus von zwei Prozent deutlich zulegen. Der chinesische Aktienmarkt blieb aufgrund eines Feiertags geschlossen. Dieses divergente Bild unterstreicht die unterschiedlichen Reaktionen der Märkte auf externe geldpolitische Signale und hebt die Dynamik im asiatischen Raum hervor.
3. Ölpreise ziehen an
In einer bemerkenswerten Erholungsbewegung haben die Ölpreise am Donnerstag einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Die Nordseesorte Brent konnte um 51 Cent auf 83,95 US-Dollar je Barrel zulegen, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit einem Plus von 47 Cent auf 79,47 US-Dollar je Barrel folgte. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Preise nahe den niedrigsten Ständen seit Mitte März lagen, nachdem sie in der betreffenden Woche um etwa vier Dollar nachgelassen hatten. Die Erholung lässt sich teilweise Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zurückführen, die eine weiterhin straffe Geldpolitik signalisieren.
4. Konjunkturdaten
Folgende Termine stehen heute auf der Agenda:
10:00 EUR: HCOB PMI Verarbeitendes Gewerbe 4/24 (2. Veröffentlichung)
14:30 USA: Handelsbilanz 3/24
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 USA: Auftragseingang Industrie 3/24
16:00 USA: Auftragseingang langlebige Güter 3/24 (endgültig)
5. Unternehmensnews
Im DAX rückt Bayer am Morgen in den Fokus der Anleger, da der Konzern erneut einen juristischen Erfolg in den USA erzielte. Dieser Sieg, bei dem ein Berufungsgericht in Washington ein millionenschweres Urteil aufhob, hat vorbörslich zu einem Kursplus von rund zwei Prozent geführt. Die Nachricht weckt bei den Investoren Optimismus hinsichtlich der Bewältigung der rechtlichen Herausforderungen des Unternehmens.
Im MDAX fällt Hugo Boss mit einem vorbörslichen Anstieg von etwa 2,3 Prozent auf. Dieser Kursgewinn spiegelt die positiven Quartalsergebnisse wider, die über den Markterwartungen lagen. Die Anleger nehmen dies als Indiz für eine mögliche Erholung der Aktie und des Unternehmens in einer herausfordernden wirtschaftlichen Landschaft.
Ebenfalls aus dem MDAX sticht Borussia Dortmund hervor. Vor dem Hintergrund eines sportlichen Erfolgs – dem Sieg gegen Paris Saint-Germain – kletterte der Aktienkurs vorbörslich um fast vier Prozent. Dieser Erfolg bringt nicht nur die Möglichkeit des Einzugs ins Champions League-Finale näher, sondern sichert Dortmund auch einen Platz in der kommenden Saison der Europaliga, was die finanzielle und sportliche Attraktivität des Klubs steigert.
Siltronic zeigt sich im MDAX weniger bewegt. Trotz eines schlechten Jahresauftakts bleibt der Aktienkurs relativ stabil, was auf die bereits adjustierten Ziele für 2024 zurückzuführen ist. Dies lässt darauf schließen, dass die Anleger die Nachrichten über die Nachfrageschwäche bereits eingepreist hatten und keine weiteren negativen Überraschungen erwarten (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri